Erkelenz: Kompetenzen bündeln: Grünes Licht für Schwerpunktschule

Erkelenz: Kompetenzen bündeln: Grünes Licht für Schwerpunktschule

Die Fusion der Gemeinschaftshauptschule mit der Förderschule Pestalozzischule zu einer Schwerpunktschule ist beschlossene Sache. Der Erkelenzer Stadtrat hat dem Projekt Grünes Licht gegeben. Ganz einig war man sich aber nicht, denn sieben Ratsmitglieder stimmten gegen den Beschluss und zehn enthielten sich bei der Abstimmung.

Für einige der Ratsmitglieder war es eine „Einzellösung“. Die Sozialdemokraten erinnerten an ihre Forderung nach einem Schulentwicklungsplan für Erkelenz. Die Grünen verwiesen ebenfalls darauf, dass ein Schulentwicklungsplan zu den Pflichten einer Kommune gehöre. Bislang hatte die Verwaltung auf den Kreisschulentwicklungsplan verwiesen und die städtischen Belange daran orientiert.

Bald unter einem neuen Dach: Die Schwerpunkte der Pestalozzischule sollen in die Hauptschule einfließen.

Mit der Schaffung der Schwerpunktschule durch die Fusion der beiden Schulen komme man der Aufgabe der Inklusion, die angesichts einer dementsprechenden UN-Konvention zur Vorgabe gemacht wird, in den Schulen einen Schritt näher, fanden Bürgermeister, Verwaltung und CDU-Fraktion. Der Vorschlag zum Zusammenschluss war von den beiden Schulleitern gekommen. Neben dem Hauptschulunterricht wird es die Förderschwerpunkte Lernen, emotionale und soziale Entwicklung, Sprache sowie Hören und Sehen geben. Die Pestalozzischule wird jahrgangsweise abgebaut und in den Hauptschulbetrieb integriert. Schulgebäude und Kollegium sollen erhalten bleiben. Dabei sollen beide Schulen vom Zusammenschluss profitieren: Die Pestalozzischule bringt ihre Schwerpunkte in das neue Konzept mit ein, während die Hauptschule den Förderschülern neue Schwerpunkte erschließen und näherbringen möchte.

Kritik am Land

Die Grünen und die SPD brachten wiederum ihre Forderung nach einer Gesamtschule auf den Tisch und sprachen von „Stückwerk“. Beide Lager warfen sich gegenseitig Wahlkampf vor, da Bürgermeister Peter Jansen auf die unklaren Vorgaben seitens der Landesregierung verwies, was den Sozialdemokraten aufstieß. Die CDU kegelte ihrerseits die Anträge der SPD nach einem Schulentwicklungsplan und einer familienfreundlicheren Regelung der Kindergartengebühren als „Wahlkampfgeschenke“ von der Tagesordnung. Das abgesetzte Thema des Schulentwicklungsplans kam aber im Laufe der Diskussion immer wieder auf.

Den kreisweiten Schulentwicklungsplan bezeichnete Andreas Stommel von den Grünen als „Gutachten“, dem konkrete Maßnahmen seitens der Verantwortlichen — also der Stadt — folgen sollten. Der Erste Beigeordnete Dr. Hans-Heiner Gotzen verteidigte die Schwerpunktschule und verwies seinerseits auf die „katastrophale Umsetzung des Themas“ auf Landesebene. Eine Lösung sehe man daher in der geplanten Schwerpunktschule. Eine Vertagung der Entscheidung, die sie auch Karl-Heinz Frings von der Bürgerpartei forderte wurde mehrheitlich abgelehnt.

Mehrheitlich wurde die Fusion beschlossen, zu der es auch nach Ansicht des CDU-Fraktionsvorsitzenden Rainer Merkens keine Alternativen gebe.

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