Heinsberg: Kommetiert: Nach Gutsherrenart

Heinsberg: Kommetiert: Nach Gutsherrenart

Mehr Offenheit und Transparenz seiner Partei hatte CDU-Fraktionschef Norbert Krichel bei seinem Amtsantritt versprochen. Dass er dies auch umsetzen wollte, darf man dem sympathischen Familienvater ruhig glauben.

Doch mittlerweile wird ihm klar sein, dass er mit diesem Vorhaben an seine Grenzen gestoßen ist. Was sich bei der Debatte um die Einrichtung eines Kunstrasenplatzes an der Heinsberger Realschule jetzt im Rat abspielte, zeigte deutlich, dass die Christdemokraten noch längst nicht alten Verhaltensmustern entwachsen sind.

Wird eine Diskussion zu unbequem und lassen sich auf berechtigte Fragen keine plausiblen Antworten geben — ob nun aus Unwissenheit oder Kalkül —, drückt die CDU gerne einmal die politischen Störenfriede per Mehrheitsvotum aus dem Ring.

Nach Gutsherrenart mal eben das Ende einer unliebsamen Diskussion per Beschluss zu verfügen, markiert dabei den vorläufigen Höhepunkt eines bizarren Machtverständnisses. Dann sollte die CDU sich nicht wundern, wenn Gerüchte weiter Nahrung erhalten, die nicht die Attraktivitätssteigerung der weiterführenden Schulen als Grund für die Lage des neuen Kunstrasenplatzes ausmachen, sondern die Begünstigung eines einzelnen Fußballclubs.

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