Heinsberg: Kommentiert: Fast wie ein Wunder

Heinsberg: Kommentiert: Fast wie ein Wunder

Wann hat es das einmal gegeben: CDU und Freie Wähler im Heinsberger Rat sind sich einig. Schon der vormalige Schulterschluss der Christdemokraten mit den Grünen rief bei manchem Zuhörer im Ratssaal ungläubiges Staunen hervor.

Doch dass sich CDU und FW in ein Boot setzen, ohne sich die Paddel um die Ohren zu hauen, grenzt an ein Wunder. Das lässt auf äußerste Dringlichkeit und Gefahr im Verzuge schließen. So jedenfalls scheinen die Fraktionen den Versuch zu empfinden, das Oberbrucher Freibad quasi durch die Hintertür doch noch zu reaktivieren — auf Kosten der Heinsberger Bürger im Allgemeinen und der Kirchhovener Freibadretter im Speziellen.

Merkwürdig stellt sich in diesem Zusammenhang das Verhalten der SPD dar. Während ihrem Steuermann im Rat längst klar ist, dass es in Heinsberg nur noch ein Freibad geben kann und die Entscheidung für Kirchhoven bereits gefallen ist, befindet sich ihr Boot auf Schlingerkurs. Lieber noch eine Runde im Kreis rudern, wenn die Sicht vernebelt ist, lautet wohl die Devise.

Seetauglich ist das Tretbötchen der Liberalen allerdings auch nicht gerade, denn sie treten eindeutig auf der Stelle. Noch einmal die beiden Freibäder wechselseitig öffnen, um sich dann 2018 für eines zu entscheiden? Welche neue Erkenntnis soll das bringen? Nein, wer sich nicht traut, auch bei stürmischer See Segel zu setzen und Flagge zu zeigen, der sollte lieber mit seiner Plastikente in der Badewanne spielen.

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