Kommentiert: Da ist der Wurm nicht nur im Holz

Kommentiert: Da ist der Wurm nicht nur im Holz

So, so — das Kunstwerk des renommierten Holzgestalters Hans Brockhage hat also „keine intensive Rezeption innerhalb der Schule gefunden“.

Will sagen, an der verstehenden Aufnahme des Kunstwerks hat es laut Schulleitung bei Lehrern und Schülern offenbar gehapert. Da landet ein Kunstwerk, das in die Jahre gekommen und auch nicht mehr ganz standfest ist, schon einmal schnell hinter den Schultoiletten oder im Keller. Im Falle der Brockhage-Stelen, die an eines der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte erinnern sollen, verwundert dies dennoch sehr.

Gerade von der Führung der Betty-Reis-Schule hätte man da mehr Fingerspitzengefühl verlangen dürfen. Abgesehen davon, dass die fehlende „Rezeption“ sich vielleicht durch eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Objekt im Kunstunterricht eingestellt hätte und der Steuerzahler seinerzeit umgerechnet rund 12.500 Euro für das Objekt berappen musste, klingen die jetzigen Rechtfertigungsversuche und Neuplatzierungsvorschläge irgendwie nach Ausreden und Schadensbegrenzung für eine erkannte Peinlichkeit.

Da war der Wurm wohl eher im Umgang mit dem Kunstwerk zu sehen als in diesem selbst.

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