Kommentar: Schwierige Aufgaben nach groteskem Tauziehen

Kommentar zur CDU Wassenberg : Schwierige Aufgaben nach groteskem Tauziehen

Wenn Kreisvorsitzender Bernd Krückel fordert, dass in der Wassenberger CDU nun Zeit für Geschlossenheit ist, hat er aus Sicht seiner Partei Recht. Es sollte nun aber auch die Zeit für Inhalte anbrechen.

Denn die vergangenen Monate haben in Wassenberg gezeigt, wie anhaltende Personaldebatten einer Partei schaden können. Die Bundes-CDU liefert in der Causa Merz aktuell ein schlechtes Vorbild. In Wassenberg hat die CDU ein monatelanges, teils groteskes Tauziehen um einen adäquaten Kandidaten-Wahltermin, um neue Mitglieder und um die richtige Positionierung der beiden Bewerber geliefert. Die Partei befindet sich dort also schon seit Monaten im Wahlkampfmodus, allerdings ohne sich mit den politischen Gegnern und den eigenen Positionen zu beschäftigen.

Dass die Mitglieder die Wahl zwischen zwei Spitzenkandidaten hatten, zeugt einerseits von funktionierender innerparteilicher Demokratie. Es ist besser, zu wählen, als die Auswahl in irgendeinem Hinterzimmer zu treffen. Der rasante Mitgliederzuwachs zeugt aber auch von einem seltsamen Verständnis dieser innerparteilichen Mitbestimmung. Wer für seiner Partei wirbt, sollte das nicht nur  tun, um daraus einen persönlichen Vorteil zu ziehen.

Mit Marcel Maurer hat die CDU nun einen geeigneten Kandidaten gefunden. Seine Redebeiträge im Rat sind vernünftig und besonnen. Es ist nun seine – schwierige – Aufgabe, die gesamte Wassenberger CDU geschlossen hinter sich zu versammeln. Am besten geht das mit guten Inhalten.