1. Lokales
  2. Heinsberg

Koki Fujimoto ist Sieger des Gitarrenfestivals in Heinsberg

Gitarren-Festival : Japaner erklimmt den Gitarren-Olymp

Im zweiten Anlauf aufs Siegerpodest: Der Japaner Koki Fujimoto gewinnt bei seiner zweiten Teilnahme am Gitarrenfestival nach 2009 den Wettbewerbs.

„Ich bin nicht zufrieden, aber ich bin glücklich!“ Mit diesen Worten schilderte Koki Fujimoto seine Gefühle in dem Moment, als er am Samstag kurz vor Mitternacht als Sieger des Wettbewerbs im Rahmen des achten internationalen Heinsberger Gitarrenfestivals feststand. Nicht zufrieden, wo er doch gerade in der Heinsberger Stadthalle den Olymp der klassischen Gitarrenmusik erklommen hatte? „Wenn man zufrieden ist, ist doch kein Ziel mehr da“, antwortete er für sich ganz plausibel.

Schon 2009, beim dritten Festival, war der Japaner Wettbewerbsteilnehmer gewesen, damals als erst 16-Jähriger. Zweiter war er damals geworden hinter Marko Topchiy aus der Ukraine. Dieses Mal stand er nun ganz oben auf dem fiktiven Treppchen und der Jubel wollte sich zunächst gar nicht so richtig einstellen. Erst als er unten an der Bühne seine Gastfamilie, die Ottos sah, gab´s kein Halten mehr. „Ich hab’s geschafft!“, rief der junge Gitarrist seinen Gastgebern zu und riss die Hände in die Höhe.

Fujimoto, der aus Tokio stammt und schon im Alter von drei Jahren begann, Gitarre zu spielen, studiert seit vier Jahren an der Musikhochschule in Köln. Er überzeugte die Jury aus 14 international renommierten Juroren mit einem sehr abwechslungsreichen Programm über gut 30 Minuten, wie es im Wettbewerb auch gefordert war. Er begann seinen Vortrag mit der Fantasia op. 30 des spanischen Gitarristen und Komponisten Fernando Sor (1778-1839). Von dort sprang er in die Neuzeit und widmete sich von Hans Werner Henze (1926-2012) aus der „First Sonata on Shakespearean Characters“ dem Stück „Touchstone, Audrey and William“, drei Figuren aus Shakespeares Spiel „Wie es euch gefällt“. Ebenso gut gefiel Jury und Publikum die Sonata Giocosa des spanischen Komponisten Joaquin Rodrigo (1901-1999). Und für den Abschluss seines gelungenen Vortrags hatte der junge Japaner ein Stück eines Landsmanns ausgewählt. Er spielte Folios von Toru Takemitsu (1930-1996).

42 junge Gitarristen waren dieses Jahr zum Wettbewerb in Heinsberg zugelassen worden. 34 hatten sich dem Wettbewerb gestellt. 17 von ihnen schafften es nach dem ersten Vorspiel in der Heinsberger Stadthalle in die zweite Runde, fünf schließlich ins Finale, neben Fujimoto auch der Südkoreaner Jeseok Bang, der Australier Campbell A. Diamond, der Ukrainer Dmytro Omelchak und der Pole Wojciech Rysiecki.

Platz zwei sicherte sich am Ende eines langen Abends Omelchak. Australier Diamond freute sich über den dritten Preis. „Das war einer der härtesten Wettbewerbe, die ich je gespielt habe. Und ich habe schon etwa 30 gespielt“, erklärte der Australier zum Stellenwert, den die Heinsberger Veranstaltung auf internationalem Gitarrenparkett inzwischen hat.

Als Gewinner erhielt Fujimoto ein Preisgeld in Höhe von 4000 Euro, eine Gitarre des Japaners Kazuo Sato, eine Luxusuhr, einen Gitarrenkoffer und eine Gitarrenmechanik sowie die Einladung zu einer eigenen CD-Produktion. Hinzu kamen Konzerteinladungen in Deutschland, nach Polen, Taiwan, Tschechien oder Ungarn. Fest steht schon jetzt, dass der junge Japaner Anfang Dezember mit der Nationalphilharmonie der Ukraine in Kiew spielen wird. Da er sich zugleich den Publikumspreis in Höhe von 500 Euro sicherte, wird er zudem im kommenden Jahr noch einmal ein Konzert in Heinsberg spielen. Über den Preis der Junior-Jury freute sich schließlich Bang.

„Wir haben tolle Künstler, fulminante Konzerte und einen herausragenden Wettbewerb erlebt“, dankte Bürgermeister Dieder wie auch der Erste Beigeordnete Jakob Gerards noch einmal dem Land Nordrhein-Westfalen und der Kreissparkasse als Hauptsponsoren, ebenso natürlich den Künstlern, den Wettbewerbsteilnehmern und den Juroren, dem Publikum und den Gastfamilien, der Technik und den vielen Helfern im „Staff“ der Veranstaltung, nicht zuletzt aber auch den beiden „Machern“ dieses Festivals, seinem Direktor Theo Krings und dem künstlerischen Leiter Roman Viazovskiy.