Erkelenz: Klimaschutzsiedlung am Bauxhof geplant

Erkelenz: Klimaschutzsiedlung am Bauxhof geplant

Auf einem Teil des Geländes, auf dem die Wohnblocks des Übergangsheims Bauxhof gestanden haben, gibt es bereits ein Bautätigkeit. Dort entstehen Häuser mit seniorengerechten Wohnungen. Auf einer weiteren, größeren Fläche soll in Bälde die „Klimaschutzsiedlung Bauxhof“ errichtet werden. In einer europaweiten Ausschreibung hat die Stadt Erkelenz als Eigentümerin des Grundstücks nach Investoren gesucht, die eine Wohnsiedlung errichten, in der der Klimaschutz eine besondere Bedeutung hat.

Letztendlich hat sich ein Investor gefunden, der eine Siedlung bauen möchte, deren Planung bereits Aufnahme in die Liste der „100 Klimaschutzsiedlungen in Nordrhein-Westfalen“ durch die Energieagentur NRW gefunden hat.

Es herrscht bereits Bautätigkeit auf dem ehemaligen Bauxhof-Gelände. Bald will ein Investor mit dem Bau der „Klimaschutzsiedlung Bauxhof“ beginnen. Foto: Passage

„Damit sind die Anforderungen an die energetischen Standards und die Gestaltung der Gebäude sowie die städtebaulichen, ökologischen und sozialen Anforderungen und Empfehlungen erfüllt“, sagte der technische Beigeordnete Ansgar Lurweg bei der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung.

Bei dem Investor handelt es sich um die A. Frauenrath Bau Concept GmbH aus Heinsberg, für die Gereon Frauenrath bei der Sitzung die Idee vorstellte. Die Schwierigkeiten des Projektes bestünden in der Vereinbarkeit der Lage des Gebietes mit dem Bestreben, eine Klimaschutzsiedlung zu schaffen.

Geplant sei ein Mix, der attraktive Wohnhäuser mit dem Gedanken eines Zusammenlebens von Jung und Alt verbindet. Insgesamt seien rund 120 Wohneinheiten geplant. Es gebe spezielle Haustypen, die für dieses Gebiet entwickelt worden seien.

Rund 20 Millionen Euro wird Frauenrath investieren; selbstverständlich in dem Bestreben, die Häuser größtenteils an Private zu verkaufen. Schnellstmöglich soll mit dem ersten Bauabschnitt begonnen werden; vorausgesetzt, der Stadtrat stimmt der Planung und dem Grundstücksverkauf an Frauenrath zu. Davon ist nach der Sitzung auszugehen.

„Relativ schnell starten“ wolle sein Unternehmen, betonte Frauenrath. „Wir werden nicht auf Käufer warten, sondern beginnen.“ Unterstützt wird Frauenrath von Architekt Josef Viethen und Statiker Adolf Sommer aus Erkelenz. Viethen meinte bei der Präsentation: „Wir haben kein einfaches Grundstück zwischen B 57, Bebauung und Friedhof.“

Die Anbindung sollen über den Bauxhof und als Haupterschließung über die Roermonder Straße erfolgen. Vornehmlich sind auf 58 Grundstücken Einfamilienhäuser, Doppel- und Reihenhäuser geplant, auch als Passivhäuser angeboten werden. Die Häuser sind so konzipiert, dass sie als Ein- oder Zweifamilienhaus gebaut werden können.

„Barrierefreiheit wird es überall dort geben, wo es möglich ist.“ Das gilt nach Viethens Worten auch für die beiden Mehrfamilienhäuser mit 21 und 15 Wohneinheiten, die als Mietwohnungen konzipiert sind. Die Idee sei es, vom mehrgeschossigen Wohnungsbau in Richtung zur Bundesstraße gestaffelt zu einer eingeschossigen Bebauung zu kommen.

„Wir wollen kein Stadtrandbaugebiet schaffen, sondern ein Viertel, das einen eigenen Charakter hat, aus einem Guss und mit einer klaren Struktur“, betonte Frauenrath.

Dem Lärmschutz soll Genüge getan werden, indem es entlang der Bundesstraße einen Lärmschutzwall gibt. Der Erhalt und die Fortführung des Grünzugs West mit seiner Naherholungsfunktion sei gewährleistet, versichert die Verwaltung.

Bei den Ausschussmitgliedern stieß die Planung vornehmlich auf Zustimmung. Ferdinand Kehren (SPD) sprach von einer Größenordnung, die es bisher noch nicht in Erkelenz gegeben haben. Mit der Klimaschutzsiedlung sei eine Idee der SPD aufgegriffen worden. Andreas Stommel (Grüne) lobte: „Mit diesem Modell setzen wir uns klar von den Nachbarkommunen ab.“

Klaus Steingießer (CDU) meinte: „Die Klimaschutzsiedlung Bauxhof könnte ein ‚Highlight“ in Erkelenz werden.“ Wie Christopher Moll (UWG) meinte, würden die Mindestanforderungen für eine Klimaschutzsiedlung erfüllt. Wenn es der Markt hergebe, solle das Passivhaus bevorzugt werden. Lediglich die Bürgerpartei lehnte die Planung grundsätzlich ab.

Wie Lurweg abschließend versicherte, werde der Kindergarten Bauxhof bestehen bleiben und für die Tafel eine neue Bleibe gesucht, falls die beiden noch vorhandenen Siedlungshäuser auch noch abgerissen werden.

(kl)
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