Klimacamp: Kohlegegner ziehen positive Bilanz

Tagebau Garzweiler : Kohlegegner ziehen positive Bilanz zum Klimacamp

Die Veranstalter des Klimacamps haben kurz vor dem offiziellen Ende des Camps eine positive Bilanz gezogen. Am Dienstag endet die Veranstaltung der Kohlegegner am Laheypark bei Kückhoven.

„Mehrere Konferenzen waren zu Besuch auf dem Camp, um Strategie und Pläne für die kommenden Monate zu schmieden“, so die Verantwortlichen. Ein „reich gefülltes Programm an Workshops, Vorträgen und Aktionen“ sei ebenfalls erfolgreich verlaufen.

Nachdem das Klimacamp, auch durch die Zusammenarbeit mit den Aktivisten von „Ende Gelände“, im Jahr 2017 riesige Ausmaße mit mehreren Tausend Teilnehmern erreicht hatte, wird das Camp nun wieder ruhiger und beschaulicher. Am Freitag sprach Klimacamp-Sprecherin Taalke Wolf von rund 500 Teilnehmern.

Auch die Protestaktionen fielen ein gutes Stück gemäßigter aus als in vergangenen Jahren. Rund 150 Aktivisten des Bündnisses „Kohle ersetzen“ blockierten am Samstag Zufahrtsstraßen des Braunkohletagebaus Garzweiler. Bei einer Blockade von „Ende Gelände“ waren im Jahr 2015 hingegen mehr als 800 Aktivisten in den Tagebau eingedrungen und erst kurz vor einem Bagger von RWE-Sicherheitskräften und der Polizei gestoppt worden. Die Protestaktion in diesem Jahr war zwar vielleicht weniger spektakulär, sie war aber sicher auch weniger konfrontativ als in Vorjahren.

Ebenfalls am Samstag informierten sich rund 50 Teilnehmer bei einem „kritischen Dorfspaziergang“ über die „Gesundheitsfolgen des Kohleabbaus in der Region“. In diesem Jahr wurde zudem ein enger Kontakt zwischen Camp-Teilnehmern und kohlekritischen Anwohnern in den bedrohten Dörfern gepflegt: „Es ist toll zu sehen, wie viele Menschen sich für unsere Belange interessieren und jedes Jahr erneut ins Rheinland reisen, um mit uns ins Gespräch zu kommen“, sagt Barbara Ziemann-Oberherr aus Keyenberg. „Das gibt uns Motivation und Kraft, weiter zu machen und uns nicht einschüchtern zu lassen.“

(ger)
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