Klimacamp am Laheypark bei Kückhoven für bis zu 2000 Menschen

Organisatoren sind gewappnet : „Alle Dörfer bleiben“ erstmals beim Klimacamp

Schon seit Donnerstag bauen mehr als 100 Teilnehmer das Klimacamp am Laheypark bei Kückhoven auf. Bis zu 2000 Menschen gleichzeitig können auf das Gelände. Die Organisatoren sind auf alles vorbereitet.

Es ist zwar unwahrscheinlich, dass so viele Menschen zur gleichen Zeit dort sein werden, aber die Organisatoren wollen für alles gewappnet sein, sagt Klimacamp-Sprecherin Hannah Pauls.

Neben der Selbstorganisation der Klimaschutzbewegung und der Vernetzung der einzelnen Gruppen spiele auch der Austausch mit den Bewohnern der vom Tagebau bedrohten Orte eine wichtige Rolle. Dort hat sich das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ etabliert. Die Mitglieder setzen sich für einen Erhalt der Orte Keyenberg, Kuckum, Oberwestrich, Unterwestrich und Berverath ein. Und beim zehnten Klimacamp am Tagebau Garzweiler sind sie erstmals mit einem eigenen Zelt vertreten.

Damit wolle man auf die Situation der Bewohner der Orte aufmerksam machen und auch verdeutlichen, dass die Dörfer trotz der bereits laufenden Umsiedlung noch eine Zukunft haben. „Vielen Menschen ist gar nicht klar, dass es hier Menschen gibt, die ihre Heimat aufgeben müssen“, sagt Birgit Cichy von „Alle Dörfer bleiben“. Die schon zu einem großen Teil leerstehenden Dörfer wiederzubeleben, hält sie für gut möglich. „Ein schönes, altes Dörfchen, das irgendwann mal am See liegt, das hat doch Lebensqualität“, sagt sie.

Elisabeth Hoffmann-Heinen möchte auch verdeutlichen, dass der Kampf gegen den Tagebau schon Jahrzehnte andauere und nun neue Fahrt aufnimmt. „Der Kampf dauert schon 30 Jahre. Durch die Medien, den Hambi und Fridays for Future haben wir einen Energieschub bekommen. Deshalb haben wir den festen Glauben, dass wir es schaffen können“, sagt sie und meint damit die Rettung der Dörfer. Heinen-Hoffmann war bereits in den 80er Jahren in den Vereinigten Initiativen gegen den Tagebau und bei „Stopp Rheinbraun“ aktiv.

(ger)
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