Hückelhoven: Kleine Hilfen, große Wirkung: Neuer Kurs für Seniorenbegleitung

Hückelhoven: Kleine Hilfen, große Wirkung: Neuer Kurs für Seniorenbegleitung

Im Oktober startet die Evangelische Gemeinde in Kooperation mit dem Evangelischen Altenheim den mittlerweile vierten Kurs zur Fortbildung als Seniorenbegleiter. Derzeit sind 17 der ehrenamtlichen Helfer im Einsatz, einige bereits seit dem ersten Kurs vor sieben Jahren.

Ziel ist es, den betreuten Senioren so lange wie möglich ein selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Regelmäßige Besuche und kleine Hilfen im Alltag werden erwartet und geleistet. Je nach Absprache trifft man sich mehrmals pro Woche oder auch seltener.

„Wichtig ist der regelmäßige Kontakt“, weiß Koordinatorin Claudia Stollenwerk. Die gelernte Altenpflegerin steht als Ansprechpartnerin zur Verfügung und vermittelt die Kontakte. Bei einem Erstbesuch lernt sie den Klienten kennen und kann einschätzen, welcher der Helfer zu ihm oder ihr passen würde. Denn die Chemie muss stimmen. Das Interesse ist groß und es gibt Wartelisten. Daher müsse man nach Priorität entscheiden. „Eine alleinstehende Seniorin hat die Hilfe sicher dringender nötig als jemand, der bei seiner Familie lebt“, erklärt Pfarrerin Irene Schlawin.

Die Zunahme der Zahl älterer Menschen in der Bevölkerung führe zu Problemen, die man bisher nicht kannte. „Die wenigsten Familien leben über Generationen hinweg in erreichbarer Nähe“, sagt sie. Die Einsamkeit älterer Menschen sei oft keine Folge von Vernachlässigung sondern der Umstände. Da setzt die Seniorenbegleitung an und endet auch nicht, wenn der Klient dann doch in eine Pflegeeinrichtung kommt.

Der persönliche Kontakt und der regelmäßige Besuch seien die beste Medizin gegen Depressionen und geistigen Abbau, weiß Stollenwerk. Dabei sollen die Begleiter natürlich nicht die Pflege ersetzen, für die Fachleute benötigt werden. Trotzdem umfasst die Schulung auch den Umgang mit Medikamenten, mit Rollstühlen oder ein Training der richtigen Hilfestellung. Einen wichtigen Teil der Ausbildung bildet das 20-stündige Praktikum im Altenheim.

Von den Klienten wird die Arbeit der Begleiter geschätzt. Die älteste Klientin ist 94 Jahre alt und schon seit 2008 dabei.