Heinsberg-Kirchhoven: Kirchhovener diese Woche beim „perfekten Dinner“

Heinsberg-Kirchhoven: Kirchhovener diese Woche beim „perfekten Dinner“

Zum Aperitif ein Gardin vert. Nach einer netten Plauderei folgt Tartar vom Ochsenfilet, Mandelmayonnaise mit einem Rösti und Sommersalat. Zum Hauptgang geht‘s erst richtig los.

Loup de mer à la ligne, will sagen, „an der Leine“ gefangen und nicht im Schleppnetz gequetscht. Dazu gibt‘s Kartoffelkruste auf Ratatouille und Rosmarienpuree auf Paprikaschaum. Geht‘s noch, oder ist der Speichelfluss kaum mehr zu bremsen? Gemach, denn zum guten Schluss reicht Jupp aus Heinsberg-Kirchhoven seinen Gästen noch im Lavendelsud pochierten Pfirsich, Kalamansi Sorbet und Vanille Espuma.

So, jetzt dürfen Sie die Reste Ihrer Tiefkühlpizza ruhig frustriert in die Tonne kloppen. Angesichts solcher Gaumenfreuden wird Ihnen das runde Dings geschmacklich ohnehin so vorkommen wie die Mokassinsohle des letzten Mohikaners. „Ich koche gerne und viel. Unsere Gäste waren bislang immer sehr zufrieden“, sagt der 48-jährige Jupp, dessen richtiger Name mit Rücksicht auf das Ratevergnügen der Fernsehzuschauer der VOX-Kochdoku „Das perfekte Dinner — Wer ist der Profi?“ an dieser Stelle nicht verraten werden soll. In dieser Woche ist er mit den übrigen Kandidaten noch bis Freitag jeden Abend auf dem Bildschirm zu sehen. Und am Mittwoch, 29. Oktober, wird er dann selbst bei sich in Kirchhoven den Kochlöffel schwingen.

Schon vor ein paar Jahren hatte Tochter Natalie den Papa kurzerhand zur Teilnahme an „Das perfekte Dinner“ angemeldet, sagt Jupp. Mit einem Trüffelrezept, an das er sich aber nicht mehr so recht erinnern kann. Nicht nur seine Familie, auch zahlreiche Freunde hatten ihm immer wieder in den Ohren gelegen, sich doch endlich zu bewerben.

Natürlich soll an dieser Stelle nicht der Haussegen in der Familie des 48-Jährigen in Gefahr gebracht werden, aber eine Frage muss hier erlaubt sein. Er koche also sogar besser als seine Frau? „Ja, auf jedenfall“, lacht Jupp. „Das sagt meine Frau aber auch. Und dennoch: Man macht selbst nicht den letzten Schritt, sich wirklich anzumelden“, meint er bescheiden gegenüber unserer Zeitung.

Zunächst sah es dann auch so aus, als sei die Email, die Natalie auf den Weg geschickt hatte, irgendwo in einer unüberschaubaren Suppe von Einsendungen untergegangen. Denn erst vor etwa einem Jahr erhielt Jupp plötzlich eine Antwort. „In einer Email hat man mich gefragt, ob ich noch Interesse an einer Teilnahme hätte.“

Ein paar Wochen vor den Aufzeichnungen, die zwischen dem 10. und 24. August stattfanden, legten die VOX-Verantwortlichen dann die Hürde für den Kirchhovener sogar noch etwas höher. „Ob ich mir auch vorstellen könnte, bei ,Das perfekte Dinner — Wer ist der Profi?‘ teilzunehmen“, lautete die Frage, die der 48-Jährige letztlich bejahte. Nach einem zweistündigen Telefoninterview, bei dem die Redaktion den Kirchovener auf Herz und Nieren testete, war die Sache schließlich gebongt. Spannende Tage sollten folgen.

„Wir waren bundesweit unterwegs.“ Der erste Tag fand in Potsdam statt. Von dort ging‘s nach Berlin, von da aus nach Heinsberg, dann nach Krefeld und zum Schluss nach Wiesbaden. „Es ist schon ein unglaublicher Stress. Zum Teil haben wir bis nachts um Drei gedreht. Aber es ist auch hochinteressant, unterschiedliche Menschen auf diesem Wege kennenzulernen. Ich hätte gedacht, dass alles mehr gestellt ist, so wie man es oft im Fernsehen erwartet. Aber wir hatten alle ein separates Hotel, sogar eigene Taxis. Die Kandidaten waren keine Sekunde zusammen, ohne dass eine Aufsicht dabei gewesen wäre, damit keine Chance bestand, schon vorab etwas zu verraten.“ Jupp gibt in der Sendung vor, hauptberuflich Klimaanlagen zu verkaufen. Ob‘s stimmt, wird sich am Ende zeigen. Angesichts seiner ambitionierten Menüauswahl würde es beinahe an ein Wunder grenzen.

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