Wegberg-Beeck: Kirchenmusikdirektor Viktor Scholz demonstriert sein Können

Wegberg-Beeck: Kirchenmusikdirektor Viktor Scholz demonstriert sein Können

Mit zahlreichen alten Bekannten haben die Besucher der Konzerte im Jubiläumsjahr von Opus 512 ein Wiedersehen gefeiert. Zum 44. Orgelkonzert in der St.-Vincentius-Kirche Beeck wurde ein besonders bekannter Gast begrüßt: Kirchenmusikdirektor Viktor Scholz aus Mönchengladbach.

„Die genaue Zahl seiner Konzerte müsste ich nachschauen, aber es bewegt sich sicherlich im zweistelligen Bereich“, gab Geschäftsführer Heinrich Heinen zu Protokoll. Herzlich begrüßte er den „geistigen Vater der Beecker Orgel“. Als Orgelreferent des Bistums Aachen war Viktor Scholz an der Planung zahlreicher Orgelprojekte maßgeblich beteiligt, auch an der Beecker Stockmann-Orgel.

Seine musikalische Grundausbildung erhielt er in Essen, anschließend studierte er in Aachen Kirchenmusik. Von 1958 bis 2000 war er Kirchenmusiker an der Münster-Basilika St. Vitus in Mönchengladbach. Dort war er Initiator und über viele Jahre Künstlerischer Leiter der Geistlichen Konzerte im Münster und mehr als drei Jahrzehnte lang Dozent für Orgelspiel und Orgelbaukunde in Aachen. Von Bischof Klaus Hemmerle wurde er 1985 zum Bischöflichen Kirchenmusikdirektor ernannt. Konzerttätigkeiten in vielen europäischen Ländern und im Fernen Osten sowie zahlreiche Schallplatten- und Rundfunkaufnahmen prägen sein musikalisches Leben. Sein Repertoire umfasst alle wesentlichen Kompositionen für Orgel und darüber hinaus für Orgel-Plus-Kombinationen.

Für das Konzert in Beeck unter dem Motto „Orgel Plus“ stand ihm die Altistin Angela Froemer aus Düsseldorf zur Seite. Sie absolvierte ihr Gesangsstudium in Freiburg, Düsseldorf und Gelsenkirchen. Seit ihrem Examen 1996 ist sie als freiberufliche Sängerin im Konzert- und Opernbereich tätig. Sie gab zahlreiche Gastspiele und arbeitet regelmäßig mit verschiedenen renommierten Ensembles zusammen, mit denen sie bereits bei vielen Rundfunkproduktionen und internationalen Chor- und Musikfestivals mitwirkte.

Auf dem Programm standen ausgewählte Werke von Peter Cornelius, Heinz Bernhard Orlinski und Antonin Dvorak. Neun geistlichen Liedern legt Peter Cornelius eigene Gedichte zugrunde, in denen er das „Vater unser“ in sehr persönlicher Weise bearbeitet. Bei einem zeitgenössischen Orgelwerk von Heinz Bernhard Orlinski „Fantasia meditative super BACH“ stellte Viktor Scholz seine Gestaltungskraft und Flexibilität unter Beweis. Zehn biblische Lieder von Antonin Dvorak beschlossen das Konzert.

Mit lang anhaltendem Applaus bedankte sich das Publikum. In der Zugabe zog Viktor Scholz noch einmal alle Register und entlockte der Beecker Orgel virtuos die gesamte Bandbreite und Klangfülle, sehr zur Freude der Zuhörer.

(mb)
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