Kindermühlentag in der Rickelrather Schrofmühle

Schrofmühle : Mit viel Spaß zum „Mühlendiplom“

Beim Kindermühlentag lernten die Besucher in der Rickelrather Schrofmühle jede Menge über Getreide und seine Verarbeitung. Es war die erste Veranstaltung dieser Art im Rahmen des „Tag des offenen Denkmals“.

Nachdenklich hat Jannis, der in der Ecke mit der Getreidesorten-Bestimmung steht, das Haferbündel betrachtet. Ob er das selber isst? Er ist doch kein Pferd! Haferflocken vielleicht? Ne, lieber nicht. Erst als er daran erinnert wird, dass Mama manchmal Haferflockenkekse backt, zieht ein Leuchten über das kleine Gesicht. „Ja, Haferflockenkekse sind das Beste, was man aus Hafer machen kann!“ strahlt er. Jannis hat so viel gelernt heute, wie viele andere Kinder auch, die an der Rickelrather Schrofmühle ihr „Mühlendiplom“ erwarben. Am „Tag des offenen Denkmals“ hatte die Schrofmühle erstmalig zum Kindermühlentag eingeladen.

Gut aufpassen heißt es da schon bei der Führung durch die Mühle. Dass die Mühle am Mühlbach liegt, was passiert, wenn man die Schleuse zieht, oder warum die kleine Glocke am Mahlgang klingelt – alles gut merken, könnte ja beim Mühlenquiz als Frage auftauchen. Die netten Führer sagen viele Dinge zweimal, das wird seinen Grund haben. Und doch muss der eine oder andere angehende Hilfsmüller mal schnell in die Mühle zurücklaufen, um die Jahreszahl unter der Treppe nochmal nachzugucken, bevor das Mühlenquiz vollständig beantwortet werden kann. Soweit die Theorie. Und dann geht’s an die Praxis.

Derweil ist Josy, der Schrofmühlenhund, unentwegt auf seiner Runde. So viele Besucher, die sich um Mühlrad und Kollergang scharen, so viele Kinder, das Gelächter beim Eierlauf hinten auf der Wiese – da muss er überall mal reinschnuppern und gerne auch die eine oder andere Streicheleinheit abstauben. Ein anderer tierischer Bewohner ist ein echter Hingucker im Innenhof: „Ohmtei“, ein prächtiger Esel. Die neu aufgestellte Bronzefigur von Renate Fellner hat ihren Namen von einem Vorfahr der seit über 250 Jahren in Familienbesitz befindlichen Mühle, von Onkel Matthias – „Ohm Tei“.

Für die Kinder geht es nun ab an die Dezimalwaage. Jeder Gewichtsstein, der aufgesetzt wird, zählt gleich zehnfach. Ein bisschen Fingerspitzengefühl ist bei der Feineinstellung gefragt. Ja sicher, man kann nicht nur Getreidesäcke, sondern auch Menschen auf der Dezimalwaage wiegen. Die Mama vielleicht? Entsetzte Gesichter bei allen Müttern. Öffentliches Wiegen am Sonntagmorgen – das hat gerade noch gefehlt. Geschwisterkinder haben da weniger Hemmungen.

Nächste Station: Eine „gaaanz alte“ Wannmühle von 1870 trennt die Spreu vom Weizen. Kräftig kurbeln, um mit dem erzeugten Wind die Reste von Halmen aus den Körnern zu pusten. Jetzt sind nur die Körner übrig, die sorgsam in einer Papiertüte zum kleinen Mühlstein getragen werden. Für so eine kleine Portion braucht man die große Schrofmühle gar nicht erst anzustoßen, und hier kann man gut beobachten, wie das feine Mehl langsam aus dem Mühlstein herausrieselt. Jetzt wird die Papiertüte mit dem ersten selbst gemahlenen Mehl gefüllt und nur noch ein Arbeitsschritt fehlt, um feinstes Mehl nach Haus zu tragen: Mehl sieben.

Die Arbeit ist getan. Als Belohnung gibt es das „Mühlendiplom“, das den Inhaber als Hilfsmüller ausweist. Übrigens: Was sie aus dem Mehl machen wollen, ist für die meisten neuen Hilfsmüller sonnenklar: „Pfannkuchen!“