Erkelenz: Keine neuen Pläne für die alte Mühle

Erkelenz : Keine neuen Pläne für die alte Mühle

Die SPD Erkelenz startet einen erneuten Versuch, der Immerather Mühle in Immerath (neu) einen würdigen Platz zu geben — „in welcher Form auch immer“.

„Die Immerather Mühle verfällt immer mehr. Damit verfällt nicht nur ein Symbol des Widerstandes gegen Garzweiler II, sondern auch die Möglichkeit, mit der Immerather Mühle ein dauerhaftes Andenken an die Umsiedlungsgeschichte in Erkelenz und den Widerstand gegen die Umsiedlung zu sichern“, schreibt der SPD-Fraktionsvorsitzende Rainer Rogowsky in einer Anfrage an Bürgermeister Peter Jansen. Die Sozialdemokraten schlagen vor, einen Künstlerwettbewerb auszuschreiben. Zunächst jedoch solle die Verwaltung im Stadtrat beantworten, was „sie mit dem vorgemerkten Grundstück in Immerath (neu)“ plane.

Das Grundstück am westlichen Ortseingang war für den Bau einer neuen Mühle vorgemerkt worden. Dieses Projekt scheiterte jedoch. Seitdem hätten sich die Pläne nicht weiter konkretisiert, teilte Ansgar Lurweg, Technischer Beigeordneter der Stadt, auf Anfrage unserer Zeitung mit. „Wir können zu dem Thema noch gar nichts sagen.“ Im November werde der Stadtrat den Eingang der SPD-Anfrage bestätigen. Dann müsse politisch über das Thema diskutiert werden.

Der Verbleib oder auch Ersatz der Mühle beschäftigt Stadt und Dorfbewohner seit Jahren. Eine Senfmühle war im Gespräch, ein Heimatmuseum und ein Ort der Erinnerung. Im Frühjahr 2015 stellten Architekturstudenten der FH Gießen im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeiten Entwürfe für einen Ersatzbau vor. Betreut wurden diese Arbeiten von Professor Peter Jahnen, der auch das städtebauliche Konzept von Immerath (neu) erarbeitet hatte und den viele Umsiedler aus den Sprechstunden kennen. Die Entwürfe stießen jedoch bei den Immerathern auf wenig Gegenliebe. Zu stark wichen sie von einer Mühle im klassischen Sinne ab.

Das, was den Dorfbewohnern besonders wichtig sei — nämlich das Gedenken an die Umsiedlung und den Ursprung des Dorfes — werde derzeit auf dem neuen Marktplatz umgesetzt, meint Lurweg. Drei Skulpturen des Künstlers Michael Franke sollen dort den Immeroder Seckschürger, den Immerather Dom und die alte Mühle darstellen.

Spätestens bis zum Abschluss der Umsiedlung im Frühjahr 2017 soll die Gestaltung des neuen Markplatzes laut Lurweg fertiggestellt sein. Im Schreiben der SPD heißt es dazu: „Der geplante neue Marktplatz in Immerath (neu) bietet hierfür Ansätze, ist aber zu klein, um die Dimension der gesamten Umsiedlung und vor allem auch des Widerstandes dagegen aufzuzeigen.“