Erkelenz: Keine Ehrenamtskarte für Erkelenzer Wehrleute

Erkelenz: Keine Ehrenamtskarte für Erkelenzer Wehrleute

Sollen Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr dieselben Vergünstigungen bekommen, wie die Inhaber einer Ehrenamtskarte? Diese können nämlich städtische Einrichtungen wie das Freibad kostenlos besuchen und haben auch in anderen Kommunen, die das NRW-Projekt der Ehrenamtskarte unterstützen, mit Vergünstigungen zu rechnen.

Dieser Frage ging der Hauptausschuss nach, nachdem die Bürgerpartei einen entsprechenden Antrag eingereicht hatte.

Damit, so hieß es in der Antragsbegründung, könne der Einsatz der Feuerehrleute gebührend gewürdigt werden. Das sahen die CDU, die Verwaltung und auch Stadtbrandinspektor Wolfgang Linkens jedoch anders. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Rainer Merkens verwies darauf, dass neben der Feuerwehr auch das DRK und das THW ehrenamtlich in der Gefahrenabwehr tätig seien und deshalb folgerichtig auch sie unter die beantragte Vergünstigung fallen müssten.

Die Würdingung des Enagements der insgesamt 618 freiwilligen Feuerwehrleute in Erkelenz erfolge auf verschiedene Arten, wie es in der Sitzungsvorlage hieß. Seltene Unterstützung bekamen die Bürgerpartleiler von den Grünen. Beate Schirrmeister-Heinen sprach sich ebenso für den Antrag aus wie ihr Fraktionskollege Hans Josef Dederichs. Dieser betonte, dass das Engagement in der Feuerwehr nicht mit dem in einem Sportverein zu vergleichen sei.

Bürgermeister Peter Jansen betonte im Verlauf der Diskussion, dass es auch eine Würdigung der Feuerwehr sei, wenn sich die Ratsleute vermehrt bei den Feuerwehrfesten blicken lassen würden, was jedoch selten der Fall sei. Auch der erste Beigeordnete Dr. Hans-Heiner Gotzen betonte, dass der Antrag ein falsches Signal in Richtung der Ehrenamtler geben würde.

Die Ehrenamtskarte könne beantragt und verliehen werden, wenn ein Ehrenamtler mindestens fünf Stunden pro Woche für seine Tätigkeit opfere. Dies sei mit der Rufbereitschaft der Feuerwehrleute nicht vergleichbar. Besonders engagierte Feuerwehrleute könnten natürlich in den Genuss einer Ehrenamtskarte kommen, wenn sie für ihre Arbeit begründet vorgeschlagen würden.

Ähnliche Stimmungslage

Darüber hinaus bestehe die Möglichkeit, dass die Löschgruppen zwecks körperlicher Ertüchtigung kostenlos das Erka-Bad nutzen könnten. Dieses Angebot könne jedoch nur von den Löschgruppen und nicht von den einzelnen Feuerwehrleuten wahrgenommen werden. Für Wolfgang Linkens sei „der freie Eintritt ins Bad oder andere städtische Einrichtungen kein zentrales Thema der freiwilligen Feuerwehr in Erkelenz“, erklärte er.

Der Antrag der Bürgerpartei wurde abgelehnt und wird in der kommenden Woche auf der Ratssitzung noch einmal auf den Tisch kommen, wo die Stimmungslage aber ähnlich sein wird wie im Hauptausschuss.

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