Heinsberg-Waldenrath: Keine Arbeit ist zu viel für einen neuen Kunstrasen für Waldenrath

Heinsberg-Waldenrath : Keine Arbeit ist zu viel für einen neuen Kunstrasen für Waldenrath

Groß war der Jubel bei den aktiven Mitgliedern des SV Waldenrath/Straeten im Heinsberger Rathaus, als der Stadtrat im Frühjahr vergangenen Jahres den Weg frei machte für den ersten Kunstrasenplatz im Stadtgebiet. Das bedeutete zugleich 150.000 Euro Zuschuss von der Stadt für das ambitionierte Vereinsprojekt mit einem Investitionsvolumen in Höhe von insgesamt 600.000 Euro.

Inzwischen ist viel passiert, Sichtbares vor allem auf dem Platz. Außer dem Sportlerheim und der kleinen Tribüne ist hier nichts stehen geblieben. Drei Monate lang, von Oktober bis zum Jahresende, waren die Aktiven des Vereins, rund 70 Jugendliche und Senioren, mit den sogenannten Abräumarbeiten beschäftigt. Und so konnte jetzt der erste Bauschritt erfolgen. An allen vier Ecken des künftigen Kunstrasenplatzes sowie zu beiden Seiten der künftigen Mittellinie wurden die Fundamente für die Flutlichtanlagen gegossen. „Der erste Schritt nach vorne ist jetzt getan“, freut sich Geschäftsführer Friedel Douven.

Den Maschinenpark dafür stellten zwei der drei großen Sponsoren des Projekts zur Verfügung: das Tiefbauunternehmen Gottschalk aus Straeten und die Bauunternehmung Ja-Be-Bau aus Waldenrath. Dritter im Bunde ist das Energiekontor Bremen, Betreiber von Windkraftanlagen in der Nähe von Straeten und Waldenrath.

300.000 Euro sollen mit Hilfe von Sponsoren aufgebracht werden. 150.000 Euro will der Verein an Eigenleistung einbringen.

Der neue Kunstrasenplatz soll die Fläche des alten Rasenplatzes einnehmen. Neu gebaut werden für die Leichtathleten der DJK Waldenrath darüber hinaus entlang der Längsseite des neuen Platzes eine Laufbahn und eine Sprunggrube, allerdings nicht mehr zum Ortsrand hin, sondern auf der anderen Seite zur Ortsmitte hin.

Anfang Februar, wenn das Wetter mitspielt, soll nun mit den Erdarbeiten begonnen werden. Drainagerohre müssen verlegt und ein fester Unterbau geschaffen werden. Das übernimmt ein Fachunternehmen. Dann werden die Vereinsmitglieder wieder selbst aktiv mit den notwendigen Einfassarbeiten rund um den Platz. Auch die Pflasterarbeiten, den Zaunbau und die Pflanzung einer neuen Hecke wollen sie selbst übernehmen.

Zu den Fußball-Stadtmeisterschaften im August dieses Jahres soll alles fertig sein, so der ambitionierte Plan. „Wenn der Teppich liegt, kann man am nächsten Tag drauf spielen“, weiß Herbert Scheuvens, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins. Er wird schon bald mit weiteren Vereinsvertretern nach Grefrath fahren, wo der Kunstrasen bereits im Februar gefertigt werden soll. „Mal gucken, wie unser Rasen wächst“, schmunzelt er.

Was die Eigenmittel für das Projekt betrifft, hat der Verein eine Aktion namens „Rasenpate“ ins Leben gerufen, die in den umliegenden Orten schon gut angelaufen ist. „Wir haben dadurch schon einen guten Grundstock zusammen“, dankt Douven allen Bürgern, die den Vereinsvertretern dafür ihre Türen geöffnet haben. „Günstiger als ein Grundstück auf dem Mond!“ heißt es im Werbeprospekt, der drei unterschiedliche Patenschaften ermöglicht: 25 Euro kostet ein Quadratmeter Rasen oder Tartanbahn, 50 Euro ein Quadratmeter Strafraum und 100 Euro ein Quadratmeter Torraum. „Und auch über weitere Sponsoren würden wir uns freuen“, träumen Douven und Scheuvens für die Zukunft noch von eigenen Umkleidemöglichkeiten direkt am Platz. „Das würde unsere erfolgreiche Jugendarbeit noch weiter optimieren“, sagt Douven.

Eher zögerlich äußert man sich im Verein dagegen in Bezug auf die Pläne der Stadt, jetzt im Heinsberger Klevchen einen kompletten Kunstrasenplatz zu bauen. „Natürlich freuen wir uns über den Zuschuss, den wir von der Stadt erhalten“, betont Vorsitzender Michael Scheeren, räumt aber dann ein, dass sich im Verein so hier und da doch manchmal das Gefühl breitmache, die Stadt messe mit zweierlei Maß. Sicherlich solle der Platz im Stadtzentrum auch für den Schulsport zur Verfügung stehen, aber er werde auch von den Heinsberger Fußballvereinen genutzt werden können. Hier müsse man keine Eigenleistung erbringen und nicht mühsam um Sponsoren oder gar „Rasenpaten“ werben.

Dass man zuvor allen Heinsberger Vereinen die Förderung eines Kunstrasens in Aussicht gestellt hatte, um diese dann nach drei Jahren aufgrund selbst auferlegter Richtlinien als unerfüllbar einzustufen, erscheint ihm da ebenfalls merkwürdig. „Also haben wir doch als einziger Verein im Stadtgebiet bisher Unmögliches geschafft, indem wir genau diese Richtlinien eingehalten haben?“, fragt sich Scheeren. Aber eigentlich könne man dazu auch gar nichts sagen, fügt er hinzu. „Da gibt es anders als bei uns ja nicht einmal ein Bodengutachten.“

Das von Ortsvorsteher Manfred Fell in Waldenrath initiierte Projekt habe immerhin fünf Jahre Vorlauf gehabt. Bereits im Jahr 2011 sei hier ein erster Arbeitskreis gegründet worden. „Aber wir spielen fair!“, betont er. „Wir wollen jetzt nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wir wollen jetzt hier in Ruhe unser ambitioniertes Projekt verwirklichen.“ Und er fügt hinzu: „Wir sind stolz darauf, was wir bis dahin erreicht und geschafft haben und freuen uns, schon bald einen eigenen Kunstrasenplatz in Waldenrath zu haben.“

Auch weiterhin freut sich der SV Waldenrath/Straeten über neue Rasenpaten oder Sponsoren. Ansprechpartner ist Michael Scheeren, Huckstraße 52 in Waldenrath, Telefon 02452/9249682.