Hückelhoven: Kammermusik Hückelhoven: Harmonische Klänge mit Harfe und Horn

Hückelhoven : Kammermusik Hückelhoven: Harmonische Klänge mit Harfe und Horn

Zum Konzert hatte con brio, die Freunde der Kammermusik Hückelhoven, in die Aula des Gymnasiums eingeladen. Unter dem Titel „Abendgesang“ gab es ein Konzert mit der Harfenistin Sarah Christ und dem Hornisten Klaus Gayer. Und die beiden erfüllten alle Erwartungen der Zuhörer, die in der Mehrzahl eine Kombination der beiden Instrumente kaum je gehört hatten.

Vorsitzender Rudolf Lengersdorf begrüßte eine übersichtliche Zahl von Zuhörern. Dies lag vielleicht an den drei „Konkurrenten“ an diesem Nachmittag: Dem sehr schönen Frühlingswetter, dem Weißen Sonntag und der Autoausstellung in Hückelhoven. Er versprach einen romantischen und vergnüglichen Vortrag.

Unverwechselbarer Zauber

Die meisten verbinden mit dem Wort Harfe wohl die Musik von König David und von dem mythischen Orpheus. Und es bestätigte sich auch im Laufe des Konzertes, dass von diesem Instrument ein eigenartiger und unverwechselbarer Zauber ausgeht. Seine Mechanik, die Möglichkeiten mit ihm zu musizieren, was sich mit ihm musikalisch nicht ausdrücken lässt und was die Harfe besonders von anderen Instrumenten unterscheidet, dies alles erklärte die Harfenistin ausführlich und mit Beispielen.

Werke von nicht wenigen Komponisten standen auf dem Programm, von relativ unbekannten wie Franz Josef Nadermann und Fréderic Duvernoy, aber auch von Berühmtheiten wie Richard Wagner, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Franz Liszt und Robert Schumann.

Großartige Virtuosität

Bis auf die Harfensoli bei Beethoven und Liszt, bei denen Sarah Christ ihre großartige Virtuosität und die kaum gehörte Klangfülle ihres Instrumentes zum Ausdruck brachte, war bei diesem Konzert vor allem bemerkenswert, wie die beiden harmonierten, wobei Klaus Geyer sein Horn in strahlender Höhe und warmer Tiefe erschallen ließ. Über die bei der Begrüßung versprochene Vergnüglichkeit lässt sich streiten: Die mit diesem Begriff verbundene Heiterkeit und Fröhlichkeit war kaum zu spüren. Stattdessen überwog, bei aller Virtuosität während des gesamten Konzertes, ein eher von Melancholie bestimmter Grundton, der insbesondere bei den sechs Liedern von Schubert hörbar wurde.

Es schien so, als ob der Komponist allen Schmerz seines traurigen Lebens in Musik gefasst hätte. Vor den einzelnen Stücken stellten die beiden das Leben der Komponisten kurz vor und ordneten ihr Werk musikgeschichtlich ein. Nach viel Beifall und Blumen gab es als Zugabe einen Satz aus dem Hornkonzert in Es-Dur von Mozart.

Sarah Christ ist 21 Jahre alt und kommt aus einer Familie, in der schon seit Generationen Musik gemacht wird. Mit zehn Jahren begann sie Harfe zu spielen. Heute musiziert sie in den weltbesten Orchestern wie den Berliner und Wiener Philharmonikern.

Klaus Gayer, der im Jahr 1980 geboren wurde, ist Hornist der Staatskapelle Dresden und hat in der Oper Frankfurt und dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart gespielt. Übrigens waren die Stücke, welche die beiden gespielt haben, in der Regel Bearbeitungen von Werken, die für andere Instrumente beziehungsweise Singstimmen komponiert wurden.

(hl)
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