Heinsberg: Kabarett und Lyrik begeistern bei Nacht der Bibliotheken

Heinsberg: Kabarett und Lyrik begeistern bei Nacht der Bibliotheken

„Wir möchten, dass Kultur nicht nur mitgeteilt wird, Kultur soll stattfinden!“, so Gerd Sonntag, Leiter der Heinsberger Stadtbücherei. „Wir möchten den Menschen das Bibliothekenleben näher bringen und zeigen, dass es auch eine Begegnungsstätte ist.“ Dieses Ziel der Aktion „Nacht der Bibliotheken“ ist der Heinsberger Stadtbücherei auch dieses Mal wieder gelungen.

„Die Nacht der Bibliotheken“ hatte sogar schon ihr erstes kleines Jubiläum. Bereits zum fünften Mal fand diese Aktion in ganz NRW statt und fast 200 Bibliotheken haben sich auch dieses Mal unter dem Motto „Deine Bibliothek — wilder als Du denkst!“ beteiligt. Dabei öffneten die Bibliotheken nicht nur „auch mal am Abend“, sondern es wurde gleich ein ganzes Programm geboten.

Wolfgang Rosen, Autor und Bühnenhörspieler, hatte zwei seiner Bücher mit dabei. Foto: Katharina Hensel

Das lockte natürlich auch in Heinsberg eine Menge Zuschauer, so dass die Stadtbücherei aus allen Nähten platzte. Den Anfang des Abends machte das Kellertheater der Anton-Heinen-Volkshochschule. Die Akteure verstanden sich darin, unter dem Motto „Kaffeehausgeflüster“ Kabarett, Lyrik und Chansons unter einen Hut zu bringen. Frank Rimbach, Otti Mommertz, Monika Brinkmann, Winfried Weckert, Maria Schlicht, Pia Mackenstein, Roswitha Grass und Ute Gerlach unter der musikalischen Begleitung von Olga Kreimer brachten beeindruckend in ihren einzelnen Sketchen das Publikum immer wieder zum Lachen. Frank Rimbach zum Beispiel spielte einen Gast, der ein Kabarett besuchte und beschrieb dabei in Reimform und mit viel Humor die Vor- und Nachteile des dort verbrachten Abends.

Lachmuskeln nicht geschont

Die Lachmuskeln wurden auch beim zweiten Programmpunkt nicht geschont. Krimis und Lachen!? Ja, das geht. Wolfgang Rosen, Autor und Intendant der Alsdorfer Lesebühne, hat in seinem Bühnenhörspiel „Krimi-Tango“ ein Potpourri von sechs Kriminalgeschichten zusammengestellt. Doch das sind nicht nur einfach Krimis, denn durch die gekonnte humorvolle Wendung in der Pointe inmitten einer spannenden Kriminalgeschichte macht er den Mix perfekt und zum wirklichen Vergnügen für den Zuhörer.

Zum Beispiel in der Geschichte, in der ein Staatsanwalt vor der ersten Verurteilung in seiner Karriere steht. Diese Geschichte handelt von einem Mann, den der Staatsanwalt ohne Vorbehalt verurteilen will, ohne wirklich zu wissen, ob diese Verurteilung richtig ist. Auch als ein älterer Mann sich meldet und die Tat zugibt, will er hiervon nichts wissen und fordert von diesem alten Mann, diese Aussage zurückzunehmen. Nachdem der vom Staatsanwalt Angeklagte hingerichtet wurde, meldet sich der alte Mann erneut mit seiner Aussage und will den Staatsanwalt hiermit in die Enge treiben. Der Staatsanwalt sieht jetzt keinen anderen Ausweg mehr, als den alten Mann umzubringen. Am Tatort tritt ein Kollege des Staatsanwalts zu ihm und sagt: „Der arme Mann! Das ist doch der, der immer alle Taten zugibt, obwohl er es niemals war.“.

Ob zwei Hausfrauen, ein Staatsanwalt, ein Erbschleicher oder ein Berufskiller in diesen Geschichten vorkommen, Wolfgang Rosen stellt durch Stimme und Technik immer eine beeindruckende Hörspielatmosphäre live auf der Bühne her, die die Geschichten überaus lebendig erscheinen lassen. Mit im Gepäck hatte er an diesem Abend unter anderem seine Bücher „Ich bin mal eben tot!“ sowie „Der Novize der Ewigkeit“. In „Ich bin mal eben tot!“ werden spannend und mit schwarzem Humor die Komaträume der Hauptfigur und die reale Welt erzählt. Der Roman „Der Novize der Ewigkeit“ erzählt die Geschichte von Jo, der sich auf seiner hoffnungsvollen Reise aus dem irdischen Leben in die faszinierende jenseitige Welt befindet. Auf diesem Weg muss er viel lernen bis er sein Ziel erreicht. Er ist der Novize der Ewigkeit.

Es war eine gelungene „Nacht der Bibliotheken“, die sowohl Gerd Sonntag wie auch alle Zuschauer begeistert hat.

(kath)
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