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Projekte im Visier: Junge Rotarier im Kreis Heinsberg gründen eigenen Club

Projekte im Visier : Junge Rotarier im Kreis Heinsberg gründen eigenen Club

Auch im Kreis Heinsberg gibt es nun einen Rotaract Club – der Rotarier-Nachwuchs organisiert sich. Erste Projekte sind bereits angelaufen, weitere stehen in Aussicht.

In Städten mit Universitäten kennt man sie gut, in unseren ländlichen Gefilden sind sogenannte Rotaracter eher noch eine Seltenheit. Doch auch hier hat Rotaract, die Jugendorganisation der internationalen Rotary-Bewegung, jetzt einen eigenen Club, den Rotaract Club Heinsberg. Engagiert dafür hat sich Dr. Arnold Frenken, der selbst schon Präsident des Rotary Clubs Heinsberg war.

Rotaract Heinsberg ist zwar ein eigenständiger Club für junge Menschen im Alter zwischen 18 und 40 Jahren, pflegt jedoch seine Verbindung zu den Heinsberger Rotariern. Wie bei den „großen“ Rotariern orientiert sich auch Rotaract, eine Wortschöpfung aus „Rotary in Action“, an den drei Säulen „Lernen – Helfen – Feiern“.

Immer wieder entsende der Rotary Club junge Menschen aus der Region im Rahmen eigener Programme ins Ausland, erklärt Frenken. Dabei sei deutlich geworden, dass Rotaract und damit das soziale Engagement junger Menschen in diesem Rahmen viel verbreiteter sei als in Deutschland, erklärt er. Hierzulande gibt es derzeit gut 190 Clubs mit rund 3700 Mitgliedern.

So brachte Frenken seine Idee im Jahr 2019/20 in den Heinsberger Club ein, mit anfänglicher Skepsis, letztlich jedoch überaus positiver Resonanz. Im März vergangenen Jahres lud er zunächst alle bisherigen Austauschschüler des Clubs ein. „Sie haben alle Interesse bekundet!“, betont er. Gegründet wurde der junge Club dann Anfang Juli und wählte Sören Hänsgen aus Heinsberg-Hülhoven zu seinem ersten Präsidenten.

Der Vorstand des Clubs wird wie bei den Rotariern auch jedes Jahr neu gewählt, was für eine ständige Neubelebung und zu Vielfalt im Club beitragen soll. „Außerdem sollen dadurch die einzelnen Clubmitglieder kontinuierlich lernen, Verantwortung zu tragen und sich jedes Jahr in neuen Rollen üben“, so Frenken.

Derzeit hat Rotaract Heinsberg 19 Mitglieder und fünf Gäste, die sich noch nicht für eine Mitgliedschaft entschieden haben. Mitglied kann jeder werden, der mindestens 18 Jahre alt ist und sich mit den drei Säulen der Bewegung identifiziert. Gäste können auch schon im Alter ab 17 Jahren dabei sein. Die Treffen der Rotaracter finden wöchentlich jeweils sonntags um 19 Uhr statt, „derzeit alternierend in Präsenz und online“, so Präsident Hänsgen. Die Treffpunkte variieren ebenfalls zwischen Erkelenz, Heinsberg und Gangelt. Interessen erhalten weitere Informationen per E-Mail, Heinsberg@rotaract.de.

Ein erstes Projekt haben die Heinsberger Rotaracter auch bereits abgeschlossen. Bei den vier Musik-Camping-Wochenenden unter dem Motto Electricity in Erkelenz haben sie leere Getränkedosen eingesammelt, 81.000 Stück. Das monetäre Ergebnis der Aktion, insgesamt 16.000 Euro, wird eingesetzt, um jungen ukrainischen Flüchtlingen auch hier Musikunterricht zu ermöglichen, um die Kinder-Chancen-Tafel in Oberbruch mit Musikinstrumenten auszustatten und um für die Jugendmusikschule Heinsberg Musikprojekte mit unterschiedlichen Schulen zu ermöglichen.

Darüber hinaus wollen sich die hiesigen Rotaracter aber auch in Projekte anderer Clubs oder in Projekte auf Bundesebene einbringen. So werden sie zum Beispiel das „Kids Camp“, eine Ferienmaßnahme von Rotaract Bonn, unterstützen und sich auch am bundesweiten Projekt „Menstru Action“ beteiligen. Diese vom Rotaract Braunschweig-Wolfsburg gestartete Initiative macht darauf aufmerksam, dass es immer noch Frauen gibt, die nicht genug Geld haben, sich Hygieneprodukte zu kaufen.