1. Lokales
  2. Heinsberg

Jugendamtsleiter Claus Bürgers geht in den Ruhestand

Jugendamtsleiter Claus Bürgers : Stets die ruhige und offene Art geschätzt

Jugendamtsleiter Claus Bürgers wurde bei einer Feierstunde in der Leonhardskapelle offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Diesen Schritt hatte der 68-jährige zweimal verschoben, und auch vor den Gästen räumte er ein, dass ihm der Schritt schwerfalle.

Und so gibt der Stadtsozialdirektor den Stab ab an seinen Nachfolger Ralf Schwarzenberg, der die Leitung des Erkelenzer Jugendamtes übernehmen wird. Bürgermeister Peter Jansen und der Erste Beigeordnete Dr. Hans-Heiner Gotzen würdigten Bürgers Engagement. Er habe sich den Herausforderungen gestellt und seine Aufgabe auch aus Überzeugung als Berufung gesehen, erklärte Jansen. Seine ruhige und offene Art wurde von den Mitarbeitern und „Klienten“ gleichermaßen geschätzt. Sein Engagement sei so weit gegangen, dass Jugendliche, die nachts auf der Straße aufgegriffen wurden, schon mal bei ihm übernachteten.

„Wir wollten zeigen, dass wir auch als kleines Jugendamt viel leisten können“, erklärte er. Klein war das Jugendamt damals tatsächlich. Angesiedelt an der Südpromenade, hatte es rund zwölf Mitarbeiter. Heute ist es mit rund 200 Mitarbeitern die größte Einheit in der Verwaltung. Die Zusammenführung des Jugend- und des Sozialamtes bezeichnete Bürgers neben dem Ausbau der Kitas und der Flüchtlingssituation 2015 und 2016 und den damit verbundenen Herausforderungen als prägend für seine berufliche Laufbahn in Erkelenz. Diese sei geprägt gewesen von stetem Wandel und Umbau. „Ich habe mich stets dem Wohl des Kindes verpflichtet gefühlt“, betonte er.

Auch die Kollegen und Mitarbeiter nutzten die Gelegenheit, um sich von ihrem Chef zu verabschieden. „Auf den ersten Blick hat er eine langweilige Beamtenakte“, attestierte ihm Friedel Dreßen. Dies liege vor allem daran, dass er sich nicht in den Vordergrund gedrängt habe.

Seine berufliche Karriere begann der gebürtige Gerderather mit einer ganz praktischen Ausbildung im landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern, ehe er an der Fachhochschule Niederrhein Sozialwesen studierte und als Sozialarbeiter beim Kreisjugendamt begann. Dort brachte er es bis zum Kreissozialinspektor, bevor er 1982 nach Erkelenz ans neu eingerichtete Jugendamt wechselte. Dort wurde er erst zum Beamten auf Lebenszeit, dann zum Stadtsozialoberinspektor und schließlich 1990 zum Stadtsozialamtmann. Als Sachgebietsleiter im Allgemeinen sozialen Dienst koordinierte er den Austausch zwischen Sozialarbeitern und Amtsleitung. 2010 schließlich übernahm er die Leitung des neu gegründeten Amtes für Kinder, Jugend, Familie und Soziales. 2015 und 2017 schob er den Eintritt in den Ruhestand hinaus. Was er daran schätze, sei, dass „man nicht mehr den Bauch einzuziehen braucht“, zitierte er den Schauspieler Burt Reynolds. Darüber hinaus freue er sich darauf, seiner Frau die Führung des Haushaltes zu erklären. Schließlich wurde er doch ernst und betonte, er gehe in Dankbarkeit, dass er an der Entwicklung der Verwaltung mitarbeiten konnte. „Lassen Sie Raum für Kreativität“, riet er seinem Nachfolger Schwarzenberg.

(hewi)