Wegberg-Beeck: „Jugend musiziert“: Kleine Preisträger sind große Könner

Wegberg-Beeck: „Jugend musiziert“: Kleine Preisträger sind große Könner

Mit einem weiteren Highlight in seinem Kulturprogramm wartete Opus 512 im Vincentiushaus in Wegberg-Beeck auf: Als fünfte Veranstaltung der Reihe „Das junge Konzertpodium“ musizierten Preisträger der 36. Auswahlspiele 2014 des Deutschen Tonkünstlerverbandes (DTKV) —Bezirksverband Köln-Aachen.

Der DTKV ist der älteste (gegr. 1847) und größte Berufsverband für Musiker und widmet sich unter anderem der Förderung junger Talente.

Und was für Talente es zu bestaunen gab, davon konnten sich die Zuhörer überzeugen, als zehn Musiker, der jüngste war 8 und die beiden ältesten waren 16 Jahre alt, Proben ihres außerordentlichen Könnens abgaben. Die jungen Künstler traten sowohl solistisch als auch im Ensemble auf; manche wurden auch am Klavier begleitet. Und wenn es im Konzert überhaupt etwas zu kritisieren gab, dann vielleicht, dass hin und wieder die Begleitung ein wenig zu laut war für die Soloinstrumente.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des morgendlichen Konzertes waren Preisträger eines der größten und erfolgreichsten Musikwettbewerbe — „Jugend musiziert“. Es waren Werke der Klassiker Haydn, Bach, Chopin, Beethoven, Corelli und anderer großer Komponisten zu hören, die von den jungen Interpreten schon erstaunlich ausgereift vorgetragen wurden: Von Alexander Schmitz (8), Klavier; Anna Rue-Yue Chen (10), Klavier; Samuel Feldmann (11), Violine; Luka Wissel (13), Violine; Katharina Wolff (13) und Andrea Bergh (14), Querflöten, und Thomas Bergk (14), Klavier; Yiningh Lucy Zhangh (13), Klavier, Hannah Küppers (15), Klarinette, und Astrid Grenzdörffer (16), Klavier.

Neben ihrem großen Können zeichneten sich die jungen Musiker auch durch eine große Bescheidenheit aus: Den geradezu stürmischen Beifall nach ihren Auftritten nahmen sie fast verlegen entgegen. Bei so vielen Talenten fiel es schwer, jemand besonders hervorzuheben. Für den Kritiker waren Samuel Feldmann und Yiningh Lucy Zhangh die Besten der Besten.

Bei Samuel, der auch relativ klein war, hatte man das Gefühl, den jungen Paganini zu hören. Denn die Stücke von Corelli und Kreisler gehören schon zur gehobenen Geigenliteratur. Und wie der junge Geiger die Doppelgriffe beherrschte, war schon mehr als erstaunlich. Und bei Yiningh Lucy hatte man das Gefühl, dass bei ihrer Interpretation von Beethovens „Wut über den verlorenen Groschen“ (das Stück trägt den etwas sperrigen Titel „Alla Ingharese quasi un Capricio“) schon eine ganz Große am Flügel saß.

Am Ende gab es einige Urkunden und für alle Beteiligten Schokoladenelefanten, die nach den Worten von Heinrich Heinen die anstrengende Probenarbeit unterstützen sollten.

Ganz sicher wird man den Namen des/der einen oder anderen der Talente, die in Beeck zu hören waren, demnächst einmal auf einem großen internationalen Podium lesen.

(hl)