Jubiläums-Galakonzert: 25 Jahre „con brio“

25 Jahre „con brio“ : Jubiläumskonzert auf höchstem Niveau

Der Verein „con brio“ – Freunde der Kammermusik e.V. Hückelhoven – ist nun seit 25 Jahren ein Garant für ein kontinuierlich hervorragendes vielfältiges kulturelles Angebot in unserer Region. Aus diesem Anlass kamen in der Aula des Gymnasiums Kenner und Liebhaber der klassischen Musik zu einer Jubiläumsgala zusammen.

„In diesem Vierteljahrhundert sind unzählige Künstler unterschiedlichster Stilrichtungen aufgetreten“, wie Bürgermeister und Schirmherr Bernd Jansen in seinem Grußwort formulierte. In seinen Begrüßungsworten zeigte er sich sichtlich beeindruckt von dem, was sich im Jubiläumszeitraum in der Stadt Hückelhoven kulturell getan hat. Hinter „con brio“ verberge sich „Musik auf höchstem Niveau, in hochkarätigen Veranstaltungen an verschiedenen Spielorten. Immer wieder gaben sich hier neue und frische Talente, aber auch große Namen der Kammermusik ein Stelldichein.“

Zu einem finalen Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Jubiläum bescherte der Kulturverein „con brio“ seinem Publikum einen unvergesslichen Abend. Dafür verantwortlich waren: „Sinfonietta Regio“ das Sinfonieorchester der Städteregion Aachen, unter der Leitung von Jeremy Hulin, der Geiger Po Fan Chen, der Pianist und Chorleiter Luis Castellanos, der Projektchor Chorfantasie – bestehend aus Mitgliedern des Chores Da Capo und des evangelischen Kirchenchores Schwanenberg –, und die sechs Gesangs-Solisten der Musikhochschule Köln: Anna Sayn 1.Sopran, Annika Stegger 2. Sopran, Helene Faux Alt, Maximilian Fieth 1.Tenor, Michael Terada 2. Tenor und Kecheng Zhao Bass.

Das Galakonzert begann mit der Ouvertüre zur Oper „Clemenza di Tito“ KV 621 von Wolfgang Amadeus Mozart. Diese Ouvertüre ist eine der größten Kompositionen und ein Spätwerk von Mozart. Das Streben der Streicher treibt die Musik mit enormem Elan und Energie voran, brillant und festlich, mit Trompeten und Trommeln wird ein Gefühl von Prunk und Erhabenheit vermittelt. Das Orchester Sinfonietta Regio sprühte nur so vor Spielfreude, die Ouvertüre wurde mit „mozartlicher“ Leichtigkeit und einem ungemein präsent ausgewogenen Orchesterklang präsentiert.

Das Geigenspiel muss dem 21-jährigen jungen taiwanesischen Musikstudenten schon in die Wiege gelegt worden sein, dachte sich so mancher Zuhörer. Denn so wie Po Fan Chen die hohen technischen Anforderungen von Felix Mendelssohns Konzert e-moll für Violine und Orchester Opus 64 meisterte, das war einfach fantastisch, unglaublich.

Er lotete das gesamte Klangspektrum seines Instrumentes aus, einer Geige, die er als Leihgabe vom taiwanischen Chimei Museum erhalten hat. Irrwitzig schnelle Läufe in stetem Wechsel mit halsbrecherischen Intervallsprüngen, dazwischen melodiöse Kantilenen, gespielt mit warmen, singenden und raumfüllenden Tönen. Die drei ineinander fließenden Sätze, Allegro molto appassionato, Andante und Allegro molto vivace waren ein wahrer Kunstgenuss. Das Publikum kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, den tosenden Applaus beantwortete der sympathische Solist mit einer Kadenz, die zu einem fast ekstatischen Schlusspunkt führte.

Ludwig van Beethovens Fantasie c-moll für Klavier, Chor und Orchester, Opus 80, weist eindeutige Parallelen zu einem der bedeutendsten Werke der Musikgeschichte, seiner Neunten Sinfonie, auf. Die Chorfantasie op 80 wird deswegen auch als die „Kleine Neunte“ bezeichnet, in der spielen abwechselnd zunächst Soloklavier, dann Klavier mit Orchester, dann Orchester alleine und dann zum Schluss die Solostimmen und der Chor mit Orchester. Der Choreinsatz wird vom Klavier vorbereitet und begleitet. Dann entwickelt sich der Gesang zu einem freudigen Hymnus auf die Kunst, dabei entsteht ein Variationenspiel von Frauen- und Männerstimmen, angeregt und unterstützt von Klavier und Orchester.

In einem furiosen Finale beendeten dann mehr als 100 Musiker und Sänger das Jubiläums-Galakonzert.