Heinsberg-Randerath: Johannes Gottwald zieht alle Register

Heinsberg-Randerath: Johannes Gottwald zieht alle Register

Eine erwartungsvolle Ruhe umgab die Besucher in der evangelischen Kirche in Randerath. Johannes Gottwald, Organist, Chorleiter und Küster an der Settericher St.-Andreas-Kirche, zog bei seinem Orgelkonzert alle Register.

Mit einem wohltemperierten Programm und Beiträgen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert zeigte Gottwald sein ganzes Können.

Gottwald nahm die Besucher mit auf eine musikalische Reise. Er spielte Werke der Orgelmusik von siebzehn Musikern der Renaissance, dem Barock und der Klassik. Gottwald faszinierte die Anwesenden durch sein exzellentes und umfangreiches Wissen aus der Musikgeschichte. Vor jedem seiner Beiträge gab er seinen Zuhörern eine kurze Information zum Komponisten und den gespielten Werken.

Sein Konzert begann mit dem Stück „Us tiefer Not schry ich zu dir“ von Hans Kotter (1480-1541). Diesem stellte er das gleiche Stück „Aus tiefer Not“ (De Profundis) des Komponisten Jan von Lublin (1490- 1550) gegenüber. Mit „Zucht, Ehr und Lob“ von Paul Hofhaimer (1459-1537), Lehrer von Hans Kotter, und einem weiteren Werk von Kotter „Kochersperger Spanieler“ endete der erste Block.

Mit zwei kurzen Zwischenspielen von Elias Ammerbach „Passamezzo dAngleterre“ und „Passamezzo in g“ führte Gottwald zur Musik der Renaissance über. Mit einem Tanzstück von J. Dalza folgte mit Andrea Gabrieli (1510-1586) das Madrigal „Anchor che co´l partire“. Die Vorlage für dieses Stück sei ein Chorstück gewesen, welches Gabrieli für die Orgel umarbeitete, erfahren die Zuhörer.

Mitreißend gespielt

Die Läufe und Durchgänge dieses Werkes spielte Gottwald dann mitreißend. Mit H. Haßler (1564-1612) „Canzone in G“, einer liedhaft bearbeiteten Fuge, mit dem „Praeludium in F“ von J. P. Sweelinck (1562-1621) und der „Canzona in C-Dur“ von Dieterich Buxtehude (1637-1707) endeten die Beispiele aus der Renaissance.

Mit den Barockmusikern Georg Friedrich Händel (1685-1759) und den drei Stücken „Sonata“, einem ruhigen besinnlichen Werk, „Sarabande“ und „Gigue in g-moll“, einem Jagdstück mit schnellen Läufen, führte Gottwald in eine Zeit der Musik über, die mit Johann Sebastian Bach (1685-1750) einen der größten Musiker der Geschichte hervorgebracht hatte.

Von Bach spielte Gottwald die Chorale „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ und „Liebster Jesu, wir sind hier“ und schloss mit der Choralfuge „Jesus Christus, unser Heiland“. Dass Bach auch unter seinen Söhnen mit Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788) auch einen exzellenten Musiker hatte, belegte dessen Stück „Andante a-moll“.

Der Böhmische Meistermusiker Johann Baptist Wanhal (1739-1809) war Johannes Gottwald ein Beispiel für den Übergang vom Barock zur Klassik. Gottwald spielte Wanhals „Secunda — Fuge in c-moll“. Als weiteren Höhepunkt brachte Gottwald mit dem Stück „Präambulum C-Dur“ von Joseph Haydn (1732-1809) dem Publikum seine gelungene Auswahl nahe. Er beendete mit Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) und den ausgewählten Stücken „Allegro in G-Dur KV9“ und „Adagio KV 356“ sein unterhaltsames Konzert.

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