„Sterne des Sports“: Jeder Bewerber ist ein Gewinner

„Sterne des Sports“ : Jeder Bewerber ist ein Gewinner

„Schul-Bank – Von der Bank in die Schule“ lautet der Titel des Projekts, mit dem sich der Hückelhovener Kampfsportverein AS-KA-DO den ersten Platz im Wettbewerb „Sterne des Sports“ der Volksbank Heinsberg gesichert hat. Mit dieser Initiative bietet der Verein Eltern als auch Kindern neben dem Sport seit 2017 ein umfassendes Bildungsprogramm an.

Dazu gehören Sprachkurse, Hausaufgabenbetreuung oder Exkursionen. Finanziert werden diese Maßnahmen mit Mitteln, die der Verein als anerkannter Stützpunktverein des Landes NRW im Bundesprogramm „Integration durch Sport“ erhält.

 Im Interview mit Sportjournalist Marc Eschweiler erläuterte Kaan Cevahir, stellvertretender Vorsitzender und Manager des Projekts, während der Preisverleihung weitere Einzelheiten. „Wir sehen das Potenzial von Sport als Zugang zu Bildung, die wiederum Voraussetzung ist für gesellschaftliche Integration“, sagte er. Gleichzeitig gelinge es mit diesem Engagement, mit Vorurteilen gegen die Kampfsportarten Taekwondo und Kickboxen aufzuräumen, auf die sich der Verein spezialisiert habe.

Als der Moderator wissen wollte, ob denn schon Erfolge sichtbar seien, antwortete Cevahir, dass die Kinder vor den Sommerferien ganz stolz mit ihren Zeugnissen in den Verein gekommen seien. „Wenn wir nur ein Kind abgeholt haben, dass sich verbessert hat, dann haben wir gute und richtige Arbeit geleistet“, betonte er unter großem Applaus der Gäste.

 Auf Platz zwei kam die Base- und Softballvereinigung Wassenberg 01, die unter dem Motto „Homerun für Knackis – Baseball schafft Perspektive“ ein Training für Insassen der Justizvollzugsanstalt Heinsberg anbietet. Das Team hat sich den Namen „Lago Lions“ gegeben und tritt inzwischen nicht mehr nur gegen die Wassenberger, sondern auch gegen Gastmannschaften an. Nach der Haftentlassung bauen die Initiatoren den jungen Menschen auch Brücken zu Vereinen in ihrer neuen Heimat. Er hoffe, dass durch diese Integration ins Vereinsleben der Rückfall in alte Strukturen und Verhaltensweisen vermieden werden könne, erklärte Vorsitzender Peter Dohmen.

 Dritter wurde der SC Selfkant, entstanden Anfang 2016 aus der Verschmelzung von drei Fußballvereinen, von denen zwei schon eine Fusion hinter sich hatten. So seien also fünf Dörfer zu einem Fußballverein zusammengewachsen, erklärte Eschweiler das ambitionierte Projekt, dem der Verein bei seiner Bewerbung einen Leitsatz gegeben hatte: „Tief im Westen wächst was zusammen.“ Das Projekt habe sehr viel Überwindung gekostet, räumte Andre Hamacher vom erweiterten Vorstand im Interview ein. Aber die Zeit habe gezeigt, dass man den richtigen Weg gehe.

Sieger strebt nach silbernem Stern

Insgesamt hatten sich aus dem Kreis Heinsberg 19 Vereine um den bronzenen Stern des Sports beworben, der auf regionaler Ebene vergeben wird. Der Sieger wird jetzt von der Volksbank für den silbernen Stern auf Landesebene vorgeschlagen.

 In einer weiteren Interviewrunde beleuchtete Eschweiler mit dem Kreissportbund-Vorsitzenden Jürgen Meuser, der Sportlerin des Jahres 2017, Anja Deckers, und Volksbank-Vorstand Dirk Cormann weitere Themen ehrenamtlichen Engagements. „Jeder, der sich beworben hat, ist Gewinner“, betonte Meuser, denn er habe sich um das Gemeinwohl verdient gemacht.

Nazim Yildirim von 1. FC Heinsberg-Lieck und Bürgermeister Wolfgang Dieder stellten noch einmal das letzte Siegerprojekt vor, ein Wettbewerb im Blutspenden unter dem Motto „Verein(t) Leben retten“, das den Sprung in den Landeswettbewerb geschafft hatte.

Für die musikalische Unterhaltung des Festakts sorgte das Markus-Bartz-Trio mit Markus Bartz (Klavier, Gesang), Marius Märker (Gitarre) und Nils van Helden (Schlagzeug).