Heinsberg: Jazz-Konzert: Ensemble mit Starposaunist begeistert das Publikum

Heinsberg: Jazz-Konzert: Ensemble mit Starposaunist begeistert das Publikum

Erfolgreiche Solisten hat das Rondell im Heinsberger Klevchen beim „Jazz im Rondell“ schon gesehen, ebenso preisgekrönte Bands ihres Genres. Aber eine komplette Bigband? Ja doch, dank des Einfallsreichtums von Jugendmusikschulleiter Theo Krings und seiner „Crew“ wurde auch das jetzt möglich.

Auch auf einer eigens für sie gebauten, kleinen Empore im „Bühnenrund“ des Rondells fanden alle 14 Musiker des norwegischen Ensembles Denada mit Starposaunist Helge Sunde ihren Platz vor rundherum begeistertem Publikum. Er habe erst einmal Kabel gekauft, gestand Krings dann auch schmunzelnd in seiner Begrüßung.

Aus Amsterdam kommend hatten die Musiker ihre neue CD mit dem Titel „Windfall“ mitgebracht. Zu einem „Glücksfall“ wurde sie auch fürs Heinsberger Publikum. Dafür gesorgt hatte nicht zuletzt Ensemble-Mitglied Steffen Schorn, der bereits mit seinem Tubax in einem Konzert zusammen mit Lars Andreas Haug im Rondell begeistert hatte.

Sunde selbst beschreibt das neue, dritte Album als eine Sammlung kreativer Glücksfälle, aufgesammelt während der Tourneen durch die Welt in den vergangenen Jahren. Mehr als zehn Länder habe er mit seinem Ensemble seit dem ersten Album im Jahr 2006 schon bereist.

Im Konzert sprach er dann noch treffender von Postkarten-Bildern, die er in Musik transferiert habe. Fast konnte man den Elch da vor sich sehen, wie er sich ans Wasser bewegte und davon schwamm. Ein anderes Bild war der Stadt Aleppo in Syrien gewidmet, zu einer Zeit, in der noch nichts vom Krieg zerstört war.

Nach der Pause hieß der Titel zu einem mit Eindrücken aus Österreich entstandenen Stück einfach „Obstler“. Ungewöhnlich dabei der Schluss, als allen Blasinstrumenten einfach die Luft ausging. „Im Abend“ war das Postkarten-Bild überschrieben, das die Abendstimmung in dem Fjord beschrieb, in dem Sunde geboren ist. Und am Ende gab es den Anfang mit dem Stück, das dem Ensemble Denada seinen Namen gegeben hat.

„Das lebt und atmet“, fasste einer der Zuhörer nach dem Konzert seine Eindrücke zusammen. „Und das hat Drive“, fügte sein Nebenmann hinzu. Beide trafen so den Nerv eines eindrucksvollen Abends einer großen Band im kleinen Heinsberger Rondell.

Die Musik hatte sogar so viel „Drive“, dass der Steg von Per Mathisens Bass am Ende einfach zu Boden ging. Auch Sunde selbst war begeistert vom Konzert in Heinsberg. „Oft ist es in kleinen Städten schöner als in großen und in Deutschland überhaupt“, befand er. „Hier hört das Publikum wirklich zu. Deutschland ist eben eine Kulturnation.“

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