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Intelligente Zähler ziehen in die Haushalte ein

4000 Smart Meter : Intelligente Zähler ziehen in die Haushalte ein

Langfristig sollen in Heinsberg alle Stromanschlussstellen mit intelligenten Zählern ausgestattet werden. Für die nächsten zehn Jahre sind bereits 4000 von ihnen geplant.

Schon vor vier Jahren erklärte Eduard Sudheimer im Zusammenhang mit dem damals abgeschlossenen Stromkonzessionsvertrag über 20 Jahre, dass Heinsberg zum Schaufenster für Allianders Leistungsangebot in Deutschland werden solle. „Heinsberg wird in der Versorgungssicherheit künftig noch stabiler gemacht. Mit neuen Technologien können wir sich abzeichnende Probleme schon frühzeitig erkennen und beheben“, sagte Sudheimer seinerzeit. Jetzt geht das Unternehmen einen weiteren Schritt in diese Richtung. Alliander plant, alle Haushalte mit einem Stromverbrauch über 6000 kWh oder einer Erzeugungsleistung größer als 7 kW im Netz innerhalb der nächsten zehn Jahre mit einem intelligenten Messsystem auf Basis des 450Mhz Funknetzes auszustatten. Im Klartext bedeutet das, zu den bereits 10.000 installierten Smart Meter werden 4000 hinzukommen.

Ein Smart Meter, ein intelligenter Zähler, ist im engeren Sinne ein Stromzähler, der digital Daten empfängt und sendet und dazu in ein Kommunikationsnetz eingebunden ist. Empfangene Daten sind zum Beispiel Tarifänderungen oder gesendeter Stromverbrauch. Solche intelligenten Zähler sind schon seit den 1990er Jahren vor allem für Großkunden im Einsatz. Seit ungefähr 2010 werden sie auch für Privathaushalte angeboten.

Modellabhängig können intelligente Zähler Daten auch im schnellen Rhythmus an Energieversorgungsunternehmen übertragen, was diesen eine bessere Netz- und Ressourcensteuerung ermöglichen soll. Das System ist dann eher ein kommunizierendes Messgerät. Auch der Kunde kann eventuell aktuelle und protokollierte Werte auslesen und betrachten.

„Fast jeder Haushalt, der Photovoltaik auf dem Hausdach hat, kommt über 7 kW hinaus“, erklärt Sudheimer, um einmal kurz die infrage kommenden Haushalte zu umreißen. Einen Stromverbrauch von 6000 kWh erreiche in der Regel eher ein etwas größeres Einfamilienhaus. „Der Verbraucher bekommt nach dem Einbau mehr Einsicht in den eigenen Energieverbrauch“, nennt Sudheimer den Vorteil für die Bürger. „So macht es zum Beispiel Sinn, dass die Waschmaschinen dann laufen, wenn die Photovoltaik-Anlage produziert, um so den Eigenverbrauch zu erhöhen. Dann brauche ich den Strom nicht teuer hinzukaufen.“ Durch die Smart Meter ergebe sich eine verbesserte Kommunikation zwischen Verbraucher und vertraglich verbundenem „Marktakteur“, wie Sudheimer erläutert. „Das läuft alles digital ab, deshalb werden wir viel Papier sparen.“

Langfristig sollen alle rund 24.000 Haushalte in Heinsberg mit den intelligenten Zählern bestückt werden. Die jetzt ins Auge gefassten gehören zu denen, die bis zum Jahr 2032 verpflichtend mit den neuen Geräten versehen werden müssen. Das sehe das Messstellenbetriebsgesetz so vor, sagt Sudheimer.