Selfkant-Tüddern: Instrumentalverein Tüddern auf Nachwuchssuche

Selfkant-Tüddern: Instrumentalverein Tüddern auf Nachwuchssuche

Der Saisonabschluss des Instrumentalvereins St. Cäcilia Tüddern steht kurz bevor. Dann heißt es erst einmal: Urlaub genießen in der einmonatigen Sommerpause. Doch wie geht es nach der Pause weiter? Wie sieht es mit der Nachwuchssituation im Verein aus? „Von alleine kommen die wenigsten.

Wir sind immer auf der Suche nach neuen Jugendlichen, die Spaß an der Musik haben“, sagt Lea Meurers, die 18-jährige Jugendleiterin des Vereins.

Instrumentenausbildung

Derzeit besteht der Verein aus rund 45 Mitgliedern zwischen 10 und 60 Jahren. Darunter befinden sich 13 Jugendliche, die aktiv im Orchester mitspielen. Dazu kommen acht Kinder, die Mitglieder in der sogenannten Blockflötengruppe sind, und fünf Kinder, welche gerade noch in der Instrumentenausbildung stecken. Meist beginnt die Ausbildung nämlich im Grundschulalter mit einem zweijährigen Blockflötenunterricht. Danach können die Kinder entscheiden, ob sie nun weiter ein Instrument des Vereins erlernen oder aufhören. Es folgt eine Instrumentenausbildung, die solange dauert, bis der jeweilige Lehrer das Okay gibt für die Teilnahme an den Hauptproben des Orchesters.

Helfende Hand

Lea Meurers wurde im Frühjahr für ihre zehnjährige aktive Mitgliedschaft im Instrumentalverein ausgezeichnet. Seit 2016 leitet sie die Jugendabteilung. „Ich bin Ansprechpartnerin für die Jugendlichen und vertrete deren Meinungen und Wünsche im Vorstand“, sagt sie. Zudem organisiert sie die Ausflüge der Blockflötengruppe und ist eine helfende Hand, „wo man mich halt braucht“.

Neue Mitglieder zu finden für ein langfristiges Fortbestehen der Dorfvereine, dies wird nicht nur im Selfkant immer schwieriger. Die Nachfrage der Jugendlichen und Kindern nach einer Mitgliedschaft im Verein sinkt immer weiter. Wie kommt denn St. Cäcilia Tüddern an neue Mitglieder? „Oft geht es beispielsweise über Bekannte, über Freunde von Freunden oder über Familienmitglieder“, so Lea Meurers.

Außerdem werde als eine Art Werbung eine öffentliche Probe am 22. Juli veranstaltet, wo Interessenten hinkommen können, um sich den Ablauf einer Probe anzuschauen. Um das Interesse am Musikverein zu wecken und auch zu erhalten, werden beispielsweise für die Kleinen in der Blockflötengruppe Ausflüge organisiert. Dieses Jahr besuchten sie den Indoor-Spielplatz Kinderstad Heerlen.

Für die Jugendlichen und Erwachsenen fand der diesjährige Kameradschaftsausflug im Kletterwald in Aachen statt. Darauf folgte ein Kameradschaftsabend mit gutem Essen, Musik und Spielen.

Bei der Frage, wie die Jugendleiterin denn über die Zukunft des Vereins denkt, muss sie erst einmal überlegen: „Das ist eine schwere Frage. Meiner Meinung nach haben wir in Tüddern das große Glück, dass wir ein großer Verein mit vielen Mitgliedern sind. Daher sehe ich für die nächsten fünf Jahre kein Problem.“ Mit Blick auf die Jugendlichen, die aktuell da sind, glaubt sie auch, dass diese dem Verein noch lange treu bleiben würden, da es den meisten großen Spaß mache.

Einer der Gründe dafür: „Viele der Jugendlichen bringen sich auch aktiv ein, indem sie zum Beispiel Mitglied im Musikausschuss sind und somit die Stücke, die wir spielen, ein Stück weit mitbestimmen können“, erklärt die Jugendleiterin. Zudem: Allgemein sei die Stimmung zwischen den Erwachsenen und den Jugendlichen im Verein wirklich gut. Gerade beim Ausflug sei dies wieder deutlich geworden, sagt Lea Meurers.

Allerdings seien es immer noch zu wenige Jugendliche, die den Verein erhalten könnten, wenn die Älteren aufhören und den Verein verlassen. „Wenn ich an die nächsten 10 bis 20 Jahre denke, mache ich mir diesbezüglich wirklich Sorgen.“ Ein Instrument zu lernen und zu spielen, scheine heutzutage für viele Kinder nicht mehr attraktiv zu sein, meint sie. Das sei wirklich schade. „Den Verein nach über 100 Jahren aufzulösen, wäre wirklich schrecklich“, verdeutlicht Lea Meurers.

Für sie selber ist das Aufhören jedenfalls überhaupt kein Thema, im Gegenteil: Musik zu machen empfindet sie als „eine große Bereicherung. Ich spiele momentan drei Instrumente — und weitere zu erlernen, ist schon in Planung.“