Hückelhoven-Hilfarth: Insolvenzverfahren: Matratzenfabrik Houben trennt sich von 28 Mitarbeitern

Hückelhoven-Hilfarth: Insolvenzverfahren: Matratzenfabrik Houben trennt sich von 28 Mitarbeitern

Die Matratzenfabrik Houben aus Hilfarth hat ihr Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung nach eigenen Angaben erfolgreich abgeschlossen. Das Verfahren lief seit März 2017, nun habe das Amtsgericht Mönchengladbach es offiziell für beendet erklärt.

Das teilte das Unternehmen am Montag mit. In der Presseerklärung ist die Rede von vielen positiven Veränderungen. Allerdings trennt sich die Matratzenfabrik demnach auch von 28 ihrer vormals rund 90 Mitarbeiter. Während des Verfahrens war bislang nie die Rede von Kündigungen gewesen.

„Ein Großteil“ der 28 gekündigten Mitarbeiter entschied sich nach Unternehmensangaben für einen Wechsel in eine Transfergesellschaft. „Diese sichert nicht nur die Gehälter, sondern unterstützt die Mitarbeiter aktiv bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung, bei etwaigen Umschulungen oder Weiterqualifikationen“, so das Unternehmen.

Während des Verfahrens genoss die Firma Gläubigerschutz und die Agentur für Arbeit zahlte die Gehälter der rund 90 Mitarbeiter für drei Monate. Unternehmen zahlen bei dieser relativ jungen Spielart des Insolvenzrechtes auch weniger Steuern. Begleitet wurde das Verfahren von der Düsseldorfer Kanzlei Buchalik Brömmekamp. Sie war in die Kritik geraten, weil Medien berichteten, dass die Kanzlei offensiv für die Insolvenz in Eigenverwaltung warb. Kritiker sehen darin nämlich die unmoralische Möglichkeit, ein Unternehmen auf Kosten der Allgemeinheit zu sanieren.

Die Geschäftsführer der Hilfarther Matratzenfabrik, Manon Spin und Jos H. Slijkhuis, sehen den „Neuanfang“ hingegen als Chance, das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. „Dazu zählen unter anderem eine optimierte Produktion sowie ein nachhaltiges Vertriebskonzept mit dem Fokus auf mittelständische Fachhändler“, so das Unternehmen. „In unserem Entschluss, im Jahr 2017 ein Insolvenzverfahren in Eigenregie zu eröffnen, sehen wir uns vollauf bestätigt“, sagte Spin. „Nicht nur haben die Gläubiger dem Insolvenzplan zugestimmt, auch bei unserer Belegschaft finden wir Rückendeckung für die bereits umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen sowie für die zukünftige Unternehmensplanung“, sagte sie.

Ein Hauptaugenmerk der Umstrukturierung habe auf der Optimierung der Produktionsabläufe gelegen. „Stand heute können in Hückelhoven nun 150 verschiedene Standardmodelle, die ähnlich wie in der Automobilindustrie auf einer einzigen Plattform aufbauen, produziert werden“, so das Unternehmen. Das steigere die Effizienz. Zwischen 700 und 1000 Matratzen werden in Hilfarth pro Tag gefertigt. Zum anderen konzentriert Houben sich jetzt auf kleinere und mittlere Fachhändler und möchte noch in diesem Jahr eine Premiummarke einführen.

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