Erkelenz-Kuckum: In Kuckum fließt nicht nur Bier, auch ein Wermutstropfen

Erkelenz-Kuckum: In Kuckum fließt nicht nur Bier, auch ein Wermutstropfen

Zum mittlerweile 29. Mal fand auf der Festwiese zwischen Kuckum und Unterwestrich das große Kuckumer Oktoberfest der St. Antonius Schützenbruderschaft Kuckum statt. Ein großer, überdimensionaler Bierkrug wies den tausenden Besuchern den Weg zum blau weiß geschmückten Festzelt.

„Mit 4000 im Vorverkauf abgesetzten Karten sind wir diesmal restlos ausverkauft und erreichen unsere Kapazitätsgrenze“, erklärte der zweite Brudermeister André Schacht. Empfangen wurden die Gäste von dem befreundeten Musikverein Rath-Anhoven, der zur Begrüßung einige bayrische „Klassiker“ zum Besten gab. Spätestens bei dem Titel „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ war die Stimmung das erste Mal auf dem Siedepunkt. Schon gegen halb acht war das Zelt nahezu komplett gefüllt und der Maßausschank lief auf Hochtouren.

„Begonnen hat alles mit einer spontanen Idee im damaligen Vorstand“, erinnert sich André Schacht. „Der Vater unseres heutigen Zeltwirts Karl-Heinz Oellers, damals erster Brudermeister, hatte die anderen Mitglieder mit seinem Enthusiasmus schnell überzeugt.“ Im ersten Jahr seien schon gut 300 Besucher gekommen. Jedes Jahr würden mehr Menschen den bayrischen Klängen in das kleine Dorf an der Niers folgen.

So auch Lena aus Mönchengladbach, die mit knapp einem Dutzend Freunden und Freundinnen schon seit Jahren zu den „Kuckumer Wiesn“ kommt. „Das erste Mal haben ein paar meiner Mädels mit ihrem Musikverein hier gespielt. Anschließend haben sie uns davon berichtet und wir wollten uns unbedingt selbst von der tollen Stimmung überzeugen“, erklärte sie. Seitdem kommen sie mindestens einmal im Jahr in das kleine Örtchen.

„Nach den ersten Jahren wurde der alte Dorfplatz schnell zu klein und wir als Schützenverein kauften eigens die heutige Festwiese und zusätzliche Flächen für Parkplätze“, führte Schacht aus. Entstanden ist eines der größten Oktoberfeste in der Region. „Wir haben es geschafft, die Einwohnerzahl unseres Heimatdorfes nahezu zu verzehnfachen“, freute sich der zweite Brudermeister. Umso mehr zeigte er sich dankbar, dass die gesamte Bruderschaft und nahezu ganz Kuckum auf den Beinen ist, um dieses Event zu ermöglichen.

Um kurz nach acht folgte dann der obligatorische Fassanstich, der das bayrische Wochenende in Kuckum offiziell eröffnete. Zuvor dankte der erste Brudermeister Hans-Josef Dederichs nochmals allen freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern, die für die tolle Organisation und den guten Ablauf der Veranstaltung gesorgt haben. Anschließend schritt der erste Bürger der Stadt Erkelenz, Peter Jansen, zur Tat. Unterstützung erhielt er dabei vom Landtagsabgeordneten Thomas Schnelle, der nach drei präzisen Schlägen die erste Maß ausschenken konnte. Damit war der zweite Stimmungssiedepunkt erreicht.

Die eigens aus Flachau angereisten Musiker der Band „Die Fetzentaler“ heizten dem bunt gemischten Publikum, größtenteils in traditionell bayrische Tracht gekleidet, ordentlich ein und sorgten dafür, dass das Festzelt bebte.

Trotz des durchweg positiven Resümees gab es dennoch einen kleinen Wehmutstropfen. „In ein paar Jahren wird diese Festwiese nicht mehr existieren, dann wird hier Braunkohle abgebaggert“, merkte André Schacht an. Deshalb sei ein Großteil der Einnahmen dazu gedacht, verschiedene Projekte wie eine neue Festwiese oder ein neues Vereinsheim im künftigen Kuckum zu fördern. Gemeinsam mit dem Fußballverein, der an diesem Abend eine Verlosung ausrichtete, sei es das Ziel, neue Locations zu schaffen, die das Dorfleben intakt halten.

Die Gäste im Festzelt, darunter mit Sicherheit auch Lena und ihre Freunde, taten auf jeden Fall einiges dafür, dass es im neuen Ort Kuckum viele Attraktionen und die entsprechende Ausstattung geben wird.

(rie)
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