In der Stadt Hückelhoven immer mehr Kinder in der OGS-Betreuung

Stadt Hückelhoven : Immer mehr Kinder in der OGS-Betreuung

An der Grundschule Hilfarth liegen so viele Anmeldungen vor, dass dort dringend eine weitere Gruppe für die offene Ganztagsbetreuung (OGS) eingerichtet werden müsste.

Da die dafür nötige Stelle einer Erzieherin aber bisher nicht besetzt werden konnte, weil der „Markt“ für Erzieherinnen leergefegt ist, müssen 28 Kinder und vor allen Dingen auch deren Eltern in Hilfarth weiter auf einen Platz in der Ganztagsbetreuung warten.

Die Stadt Hückelhoven hat im Jahr 2007 die Offene Ganztagsschule (OGS) an den neun Grundschulen sowie an der Förderschule In der Schlee eingerichtet. Die OGS ist eine freiwillige Betreuungsmaßnahme für Grundschüler, die Eltern für ihre Kinder bei Bedarf in Anspruch nehmen können. Die OGS trägt maßgeblich zur Vereinbarung von Familie und Beruf bei und wird daher von vielen Eltern gerne angenommen. Im Schuljahr 2018/19 wurden in Hückelhoven 472 Grundschüler in der OGS betreut. Im Schuljahr 2019/20 werden voraussichtlich knapp 500 Grundschüler in der OGS betreut, was rund einem Drittel aller Grundschüler im Stadtgebiet entspricht. Die Tendenz ist seit Jahren steigend.

Die Stadt Hückelhoven hat die Durchführung der OGS zum Schuljahr 2018/19 neu ausgeschrieben. Aus dieser Ausschreibung ging der Caritasverband für die Region Heinsberg, der die OGS-Betreuung im Stadtgebiet bereits durchführte, als Maßnahmeträger bis 2022 hervor. Die OGS sieht im Wesentlichen den folgenden Tagesablauf vor: Die ersten Grundschüler kommen nach dem Unterricht so ab 11.30 Uhr in die OGS-Räumlichkeiten. Die Betreuung beginnt mit der Einnahme eines warmen Mittagessens, das von einem Caterer aus dem Stadtgebiet frisch zubereitet und geliefert wird. Im Anschluss findet eine Hausaufgabenbetreuung statt und es werden verschiedene Arbeitsgemeinschaften und Förderprogramme angeboten. Neben diesen unterrichtsergänzenden Angeboten haben die OGS-Teilnehmer auch ausreichend Zeit für Ruhe- und Spielphasen.

Die Grundschule Ratheim, Im Weidengrund, hat für das Schuljahr 2019/20 insgesamt 75 Anmeldungen für die OGS. Diese hohe Teilnehmerzahl ist in den bisherigen zwei OGS-Gruppen in pädagogisch sinnvoller Weise nicht mehr zu betreuen. Dementsprechend wurde mit der Caritas vereinbart, an diesem Standort eine dritte OGS-Gruppe einzurichten. Die räumlichen Kapazitäten sind dafür – obwohl sogar drei Eingangsklassen aufgenommen werden und lediglich eine Ausgangsklasse die Schule verlässt – noch knapp vorhanden. Das Gebäude ist räumlich nun allerdings an der Belastungsgrenze angekommen.

In personeller Hinsicht konnte der Caritasverband bereits eine weitere Erzieherin sowie weiteres Ergänzungspersonal für diese dritte Gruppe einstellen. Dadurch ist sichergestellt, dass für jede OGS-Gruppe eine gleichbleibend gute Betreuungsqualität gewährleistet ist.

In der OGS Hilfarth ist dies hingegen bislang nicht gelungen. So liegen in der OGS Hilfarth zum neuen Schuljahr insgesamt 61 Anmeldungen vor, so dass dort eine zweite Gruppe eingerichtet werden müsste. Aufgrund der ausgesprochen schwierigen Arbeitsmarktsituation bei Erziehern ist es der Caritas bislang nicht gelungen, eine ausgebildete Erzieherin für eine weitere Gruppe an diesem Standort zu finden. Die Caritas wird jedoch weiter auf der Suche nach einer Erzieherin bleiben, so dass vielleicht schon zum zweiten Halbjahr des Schuljahres 2019/20, spätestens aber zum Schuljahr 2020/21 eine weitere Gruppe dort eingerichtet werden könnte. Die räumlichen Kapazitäten dafür sind in der Grundschule Hilfarth vorhanden. In die OGS Hilfarth wurden nun vorerst 33 Teilnehmer aufgenommen, die nach sozialen Kriterien, insbesondere einer Berufstätigkeit beider Elternteile, ausgesucht werden mussten.

Bislang bestehen im Stadtgebiet Hückelhoven 17 OGS-Gruppen, die sich auf die einzelnen Standorte aufteilen: OGS Brachelen; OGS Hilfarth; OGS Hückelhoven; OGS Doveren; OGS Baal; OGS Schaufenberg; OGS Kleingladbach; OGS Ratheim Im Weidengrund; OGS Ratheim Michael Ende; OGS Förderschule. Die Gruppengröße beträgt in der Regel bis zu 27 Kinder, in Einzelfällen auch etwas mehr.

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