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Krebserkrankung: In der Selbsthilfegruppe austauschen und auch feiern

Krebserkrankung : In der Selbsthilfegruppe austauschen und auch feiern

Die Wassenberger Selbsthilfegruppe für an Krebs erkrankte Menschen ist eine von rund 70 des Selbsthilfe- und Freiwilligen-Zentrums des Kreises Heinsberg. Der Austausch mit ebenfalls Betroffenen ist immens wichtig.

„Eine Minute Lachen ist wie 45 Minuten Entspannung!“ Lachen? Bei Krebs? „Ja, wir lachen viel!“, sagt Maria Zumfeld über die von ihr geleitete Selbsthilfegruppe für an Krebs erkrankte Menschen. Neben der „Rosa Schleife“ für an Krebs erkrankte Frauen in Erkelenz ist die Wassenberger Gruppe offen für alle Geschlechter. „Wir sind bunt gemischt, von jung bis alt, engagiert, kreativ, selbstbestimmt, tolerant, positiv, vielfältig“, findet Maria Zumfeld gleich ganz viele Attribute für die Gruppe von derzeit etwas mehr als 30 betroffenen Menschen, von denen die meisten ebenfalls Frauen sind.

Die Wassenberger Selbsthilfegruppe ist eine von rund 70, die dem Selbsthilfe- und Freiwilligen-Zentrum des Kreises Heinsberg angeschlossen und in den Bereichen Gesundheit, Sucht, Psyche und Soziales aktiv ist. „Ich war 2015 selbst betroffen“, erzählt die 66-Jährige von ihrer Brustkrebserkrankung. Ende 2016 sei sie dann durch eine Bekannte eher zufällig in die Gruppe „hineingezogen“ worden, erinnert sie sich. „Ich war zwei Mal dort und habe gemerkt, dass mir das gut gefällt.“ Sie sei zuvor als Krankenschwester für die Caritas aktiv gewesen und habe so viele zwischenmenschliche Kontakte gehabt, die ihr ohne die Gruppe in dieser schwierigen Zeit gefehlt hätten.

„Die Selbsthilfegruppe war für mich der richtige Weg“, weiß sie heute. „Ich konnte mich mit Gleichgesinnten austauschen, war nicht allein mit meinen Sorgen.“ Wer sich gerade mal wieder Sorgen darüber gemacht habe, ob die Krankheit nicht doch wiederkehre, der habe in der Gruppe immer Trost gefunden. „Das ist sicher ein Grund dafür, dass die Gruppe schon so lange besteht. „40 Jahre!“, freut sich Maria Zumfeld. Und schon genau fünf Jahre leitet sie die Gruppe. Alles keine echten Jubiläen, „aber in unserem Fall, wer weiß, ob wir die 50 noch feiern können“, erklärt sie ganz offen dazu, dass in diesem Jahr dieser runde Geburtstag schon ganz kräftig gefeiert wurde. Und für die Gruppe spricht dann sicher auch, dass es in ihr Mitglieder gibt, die schon mehr als 30 oder auch knapp 30 Jahre dazu gehören.

Offen mit einer Erkrankung umzugehen, das sei überhaupt der beste Weg, so Maria Zumfeld weiter. „Gespräche darüber machen Mut, sie befreien von Ängsten und von seelischem Druck“, beschreibt sie auch ihre eigenen Erfahrungen. „Und dann ist es möglich, die Krankheit für sich einfach zu akzeptieren und mit ihr zu leben.“ Aktuell wünschen würde sie sich wieder „etwas mehr Normalität in diesen unruhigen Zeiten“. Dann könne man auch wieder vermehrt Referenten in die Gruppe einladen, sagt sie. Mit ihnen zusammen geht der Blick auch über die eigene, direkte Betroffenheit hinaus. Kosmetische Fragen können da geklärt werden, aber auch Gespräche mit Mitarbeitern von Hospizdienst oder mit Palliativärzten bringen die Betroffenen weiter.

„Und natürlich feiern wie auch gerne“, erzählt Maria Zumfeld von Spargelessen, Martinsgans, Weihnachtsfeiern und kleinen Ausflügen, „die hoffentlich auch bald wieder möglich werden“, sagt sie. Während der Corona-Pandemie seien oft nur telefonische Gespräche möglich gewesen. Nun hofft sie darauf, dass betroffene Menschen nun auch wieder den Weg zu den monatlichen Treffen an jedem ersten Donnerstag eines Monats auf Burg Wassenberg finden.