Wassenberg: In 50 Jahren Städtepartnerschaft sind viele Freundschaften gewachsen

Wassenberg : In 50 Jahren Städtepartnerschaft sind viele Freundschaften gewachsen

Mit einer Ausstellung im Bergfried ist die Stadt Wassenberg in die Feierlichkeiten zum Goldjubiläum ihrer Partnerschaft mit der französischen Stadt Pontorson in der Normandie, nahe des berühmten Mont-Saint-Michel, gestartet.

Der Besucher findet hier auf zwei Etagen Urkunden, Fotos, Gemälde deutscher, französischer und englischer Künstler sowie eine umfassende Dokumentation von Zeitungsausschnitten der vergangenen 50 Jahre des Bestehens der Freundschaft. Erhältlich sind hier zudem Sonderbriefmarken zum Jubiläum.

Urkunden, Fotos, Gemälde, eine Dokumentation von Zeitungsausschnitten der vergangenen 50 Jahre des Bestehens der Städtefreundschaft sowie neue Briefmarken bewunderten die Besucher bei der Ausstellungseröffnung. Foto: Anna Petra Thomas

Nur zwei Jahre nach der Unterzeichnung des Vertrags zur deutsch-französischen Zusammenarbeit durch Konrad Adenauer und Charles des Gaulle seien Jugendliche des Fußballvereins SSV Viktoria 09 Wassenberg bereits 1965 nach Pontorson gefahren, erzählte Sepp Becker, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees, im Beisein von Bürgermeister Manfred Winkens vor der offiziellen Eröffnung der Ausstellung. Dies sei eher ein Zufall gewesen: „Der Standort in der Nähe des Mont-Saint-Michel wirkte auf der Landkarte interessant.“

Der Pontorsoner Bürgermeister Dr. Yves Tizon habe damals den Wunsch nach einem Jugendaustausch geäußert. Ein Jahr später seien ein weiterer Jugendaustausch und ein Besuch von Wassenbergs Bürgermeister Günter Müller in Pontorson gefolgt. 1967 gab es das erste Zeltlager Pontorsoner Gäste an der Wingertsmühle und noch im selben Jahr wurde die Partnerschaft offiziell besiegelt, am 5. Mai 1968 in Pontorson und am 12. Mai 1968 in Wassenberg.

„Damit ist die Städtepartnerschaft zwischen diesen beiden Städten eine der ältesten im Kreis“, freute sich Becker. „Sie versteht sich im Sinne de Gaulles und Adenauers als ein Instrument der Völkerfreundschaft, des Friedens und des Verstehens von Gemeinsamkeiten und Unterschieden im gemeinsamen Europa.“

Viele Aktivitäten

Seitdem würden in beiden Städten Schüleraustausche, Praktika, Jugendbegegnungen und viele andere Möglichkeiten der Begegnung organisiert, so Becker weiter. „In 50 Jahren haben sich daraus zum Teil sehr stabile Freundschaften entwickelt.“

Die Formen der Begegnung hätten sich dabei an die sich verändernden gesellschaftlichen Gegebenheiten angepasst. „So sind Zeltlager für Jugendliche nicht mehr so attraktiv wie zu Beginn, das Erlernen der deutschen Sprache in Frankreich ist weniger begehrt.“ Die Schüleraustausche hätten dagegen nichts von ihrer Attraktivität verloren und würden in der Nachfolge der Realschule seit mehr als 20 Jahren von der Betty-Reis-Gesamtschule organisiert.

Von Anfang an wird vor allem aber einmal im Jahr der Tag der Unterzeichnung der Urkunden gefeiert, immer in der Nähe des Europatages der EU. Seit mehr als einem Jahrzehnt gibt es die sogenannten Europatage, abwechselnd in Wassenberg und Pontorson von Christi Himmelfahrt bis zum folgenden Wochenende, oft finanziell unterstützt aus dem EU-Fonds für Bürgerbegegnungen.

Seit zehn Jahren werden diese Begegnungen auch von Bürgern aus der gemeinsamen englischen Partnerstadt Highworth besucht, in Wassenberg zudem von Freunden aus der niederländischen Nachbargemeinde Roerdalen.

„Diese Tradition der Begegnungen ist seit fünf Jahrzehnten aus beiden Städten nicht mehr wegzudenken und wird von allen Bürgermeistern und den Räten aktiv unterstützt“, freute sich Becker und erinnerte noch einmal an die Feierlichkeiten zum 45-jährigen Bestehen in Pontorson, als es dort einen Karnevalszug gegeben hatte.