Immerather Knochen sind mindestens 50 Jahre alt

Skelettteile beim Friedhof aus der Pathologie zurück : Immerather Knochen sind mindestens 50 Jahre alt

Die Knochen, die im verlassenen Immerath aufgetaucht sind, sind mindestens 50 Jahre alt. Das ist das Ergebnis der pathologischen Untersuchung. Wie die Sklettteile an den Fundort kamen, bleibt aber weiter unklar.

Die Knochen, die ein Paar Anfang August nach eigenen Angaben im inzwischen verlassenen alten Immerath in Friedhofsnähe gefunden hat, sind mindestens 50 Jahre alt. Das teilte die Polizei auf Nachfrage mit. Die pathologische Untersuchung der Knochen ist demnach abgeschlossen, weitere Ermittlungen wird es nicht geben, heißt es weiter.

Der Grund dafür ist schlicht, dass bei mindestens 50 Jahre alten Knochen ein aktuelles Gewaltverbrechen sehr sicher ausgeschlossen werden kann und somit die Arbeit der Polizei beendet ist. Und: Die Betonung liegt bei „mindestens“. Nach oben seien altersmäßig keine Grenzen gesetzt, die Knochen könnten auch schon mehrere hundert Jahre alt sein, sagt eine Pressesprecherin der Polizei. Für weitere Untersuchungen, die das Alter genauer bestimmen könnten, bestehe aber aufgrund der Sachlage keine Notwendigkeit – kein Verbrechen, keine Ermittlungen.

Auch für die Stadt Erkelenz, die noch immer Grundstückseigentümerin ist, und für RWE ist das Thema Knochenfund damit geklärt und abgeschlossen. Das teilten Stadt und RWE auf Anfrage mit.

„Nicht aus der Umbettung“

Beide schließen nach wie vor aus, dass die Knochen aus der Umbettung des Friedhofs in den neuen Ort Immerath stammen. In Immerath (alt) ist seit 2013 nicht mehr beerdigt worden. Im Zuge des Braunkohleabbaus ist der Ort umgesiedelt worden, die Umbettung des Friedhofes soll im Herbst abgeschlossen werden.

Mit der Altersbestimmung der Knochen habe man nun Klarheit, sagte Olaf Winter von der RWE-Pressestelle. Der Knochen sei mindestens 50 Jahre alt, die umgebetteten Gräber vom alten Immerather Friedhof hätten sich aber alle innerhalb der vorgegebenen Ruhezeit von 30 Jahren befunden. Demnach können die Knochen aus der Umbettung also maximal 30 Jahre alt sein. „Es ist also ausgeschlossen, dass die Knochen von dort stammen“, sagte er weiter.

Wie die Knochen an den Fundort im alten Immerath gelangt sind, bleibt somit aber ungeklärt. Zur Zeit des Fundes habe es neben dem Friedhof, rund um die ehemalige Immerather Kirche, verschiedene archäologische Ausgrabungen gegeben. Der entsprechende Bereich sei abgesperrt gewesen, teilte RWE mit. Zuvor hatte der Konzern ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die beiden Finder sich in den Sozialen Netzwerken „klar als Gegner von RWE“ und als „Aktivisten“, beispielsweise im Hambacher Forst, positionieren würden.