Erkelenz: Immer mehr Rechtsextremismus im Kreis

Erkelenz: Immer mehr Rechtsextremismus im Kreis

„Wer offen ist, kann mehr erleben“ lautet das Motto der Interkulturellen Woche 2013, die derzeit am Berufskolleg Erkelenz stattfindet. Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Kinder, Jugend und Schule offerierte das Bündnis gegen Rechtsextremismus im Kreis Heinsberg einen Anti-Rassismus-Workshop, ein Forum, in dem die Jugend sich mit Rassismus und Rechtsextremismus aktiv auseinandersetzt.

Der Workshop wurde unter professioneller Anleitung vom Verein ARIC (Anti-Rassismus Informations-Centrum) umgesetzt. Mit dabei waren zudem Schüler des Gymnasiums und der Hauptschule Hückelhoven sowie der Gesamtschule Wassenberg.

Christian Ehlers, Sozialarbeiter und Mitglied im Sprecherkreis des Bündnisses, der in Kooperation mit Irma Lababidi, Oberstudienrätin Verena Jansen vom Berufskolleg Erkelenz sowie Schulleiter Paul-Günther Threin den Anti-Rassismus-Workshop geleitet hat, betont die Wichtigkeit der Heranführung der Schüler an das Thema Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit.

Der Kreis Heinsberg, so Ehlers, sei der einzige im Raum Aachen, in dem eine Zunahme an Rassismus und Rechtsextremismus festzustellen ist. Ausländerfeindlichkeit sei außerdem die „Einstiegsdroge“ für viele Rechtsextremisten. „Es ist unerlässlich, offensiv gegen diese zunehmende Bereitschaft zur Rechtsextremität vorzugehen“, so Ehlers.

Fragen wie die, was Heimat ist, wie man argumentativ gegen eindeutige Hassparolen gegen Menschen anderer Herkunft bestehen kann oder was genau Rassismus überhaupt ist, sollten die teilnehmenden Schüler zur Reflexion über das Thema bewegen.

Insgesamt nahmen 17 junge Erwachsene am Workshop teil, deren späteres Feedback keinerlei Zweifel an der Wichtigkeit sozialer und gegenseitiger Toleranz zuließ: In der Gruppe wurde unter anderem erörtert, wie Rassismus zu definieren ist, wie man ihn erkennt und wie man ihm vorbeugen kann. Überlegungen, was nötig ist, um Migranten auf angemessene Weise willkommen zu heißen, erfuhren besonderen Stellenwert.

Die Teilnehmer, die selbst verschiedener Nationalitäten und politischer Orientierungen waren, äußerten sich durchweg positiv zu den Ergebnissen ihrer Bemühungen. Für die Teilnehmer ist spätestens nach dem Workshop klar: Ein Gespräch auf Augenhöhe lässt manche Sorgen und Ängste, beispielsweise um den Arbeitsplatz oder die Verfremdung der Heimat, um einiges nichtiger erscheinen.

(fh)
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