Heinsberg-Dremmen: Im „Dreierpack“ zum Tisch des Herrn

Heinsberg-Dremmen: Im „Dreierpack“ zum Tisch des Herrn

Schon am Eingang zum Einfamilienhaus der Herbergs im Dremmener Distelweg wird deutlich, dass hier nicht nur eins, sondern gleich drei Kommunionkinder wohnen: Drei Buchsbaumkränze in Form eines Fisches zieren die weiß lackierte Tür.

Und nicht etwa, dass hier, wie in einigen Familien durchaus üblich, Geschwisterkinder unterschiedlichen Alters gemeinsam ihre Erstkommunion feiern würden; nein! Simon, Lukas und Marie sind Drillinge, geboren am 21. Oktober 2003. Ein wenig aufregend finden Vater Peter und Mutter Elke das Ganze schon, zeigen aber zugleich reichlich Gelassenheit.

Festlicher Tag in der Pfarre St. Lambertus Dremmen: 21 Jungen und Mädchen gingen am gestrigen Weißen Sonntag zur Erstkommunion. Foto: Anna Petra Thomas

Da gab es Aufregenderes in ihrem Familienleben, etwa bei der Geburt ihrer drei Kinder. Davon wurden sie viel zu früh überrascht und sorgten sich sehr um ihre kleine Marie, die nur 38 Zentimeter groß war und weniger als ein Kilo wog. Heute ist Marie natürlich immer noch die jüngste der drei Kinder, aber die größte. Mit ihren beiden Brüdern versteht sich sie sich sichtlich gut. „Lukas ist der Liebste“, räumt sie allerdings freimütig ein. „Manchmal sind wir schon ein bisschen frech.“

Die beiden Jungs, die als eineiige Zwillinge oft identische Kleidung wählen, haben auch für ihre Kommunion den gleichen, schicken Anzug ausgesucht. „Ich hätte es lieber ein bisschen sportlicher gehabt“, sagt die Mama am Vortag des Weißen Sonntags. Aber die beiden durften sich frei entscheiden. Und so unterscheiden sie sich lediglich durch Hemd und Krawatte.

Auch Marie hat ganz klassisch ein weißes Kleid gewählt. Und es klingelt schon wieder. Meist laufen die drei zusammen zur Haustür und kehren mit drei gleichen Päckchen wieder ins Wohnzimmer zurück. Auf ihrem Geschenktisch türmt sich alles im Dreierpack: drei kleine blaue Päckchen neben drei etwas größeren, hübsch eingeschlagen in Orange mit weißen Punkten. Aber auch unterschiedlich wurden die Drei schon beschenkt: Marie mit einem Fön und die Jungs mit Stiftemäppchen.

„Ich wäre auch mit einer Karte zufrieden gewesen“, sagt Marie. „Sie zeigt uns doch, dass die Menschen an uns denken.“ Auch ihre Mutter habe sich über Kartengrüße gefreut, mit denen sie gar nicht gerechnet habe. Überhaupt geht es allen drei Kindern gar nicht um die Geschenke.

„Gemeinschaft“ und „Teilen“ sind für sie die wichtigen Stichworte. „Wir teilen immer, aber an diesem Tag ganz besonders“, sagt Lukas. Welche Bedeutung die Erstkommunion jenseits großer Feiern und vieler Geschenke wirklich hat, haben die Drei übrigens von ihrer Mutter gelernt. Elke Herberg war eine der sechs Katechetinnen in der Pfarrei St. Lambertus, die hier insgesamt 21 Kinder auf ihren großen Tag vorbereitet haben.

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