Ideen für das Erkelenz der Zukunft entwickelt

Stadtentwicklung : Ideen für das Erkelenz der Zukunft entwickelt

Die Innenstadt soll neu gestaltet und zukunftsfähig gemacht werden. Dafür wurde das Projekt Erkelenz 2030 ins Leben gerufen, bei dem unter intensiver Bürgerbeteiligung ein Handlungsrahmen erstellt und dann in den kommenden Jahren auch umgesetzt wird.

Mit der Erarbeitung erster Konzeptideen wurde die Aachener Planungsgruppe MWM beauftragt. In Workshops, Befragungen und Ortsbegehungen mit Vertretern verschiedener Zielgruppen sowie der Möglichkeit der Online-Teilnahme wurden Meinungen und Anregungen gesammelt. Der technische Beigeordnete Ansgar Lurweg sprach im Ausschuss für Stadtentwicklung von der bislang höchsten Bürgerbeteiligung in Erkelenz.

Nun wurde ein erstes Strukturkonzept vorgestellt, das bis September konkretisiert und auch geändert werden soll. Das Konzept soll Basis eines Grundsatzbeschlusses sein, den der Rat im September fällen soll. Er stellt die Weichen für die zukünftige Innenstadtentwicklung, die in den kommenden acht Jahren vollzogen werden soll. Dafür werden Mittel in den kommenden Haushalten bereitgestellt und Fördermittel beantragt. Neben der Mobilität und dem Verkehr sind Sicherheit, das Stadtbild und Wohnen Themen, an denen sich das Konzept orientiert. Vorgestellt wurde es von Bernd Niedermeier und Anna Ruppert von der Planungsgruppe MWM.

Auf umfassende Gegenliebe stießen die Ideen der Stadtplaner nicht, da sie zumeist mit einer Reduzierung der Parkflächen einhergingen. Zum Beispiel am Franziskanerplatz, wo ein repräsentativer Vorplatz der Stadthalle sowie ein Spielplatz angedacht sind, um die Aufenthaltsqualität auf dem Platz zu erhöhen. Ein anderer Ansatz sieht vor, den Parkraum am Johannismarkt auf Seite der Stadtverwaltung zu konzentrieren und die Parkplätze auf der Brückstraße in diesem Bereich zu streichen.

Auch eine mögliche Überplanung von Kirchengrund sorgte für Gesprächsbedarf. Denn zum Johannismarkt hin soll der Bereich an der Kirche geöffnet und für die Bürger nutzbar gemacht werden. Dies würde St. Lambertus mehr für den gesamten Marktbereich öffnen, erläuterten die beiden Stadtplaner den Ansatz.

Am Markt würden nach Vorstellung der Planer und der befragten Bürger ebenfalls die Stellplätze wegfallen und das Areal für eine gastronomische oder Freizeitnutzung umzugestalten. Auch am Kölner Tor soll eine Umgestaltung zu mehr Bewegungsraum für Fußgänger sorgen. Mittelfristig könne der Haltestellenbau auch durch einen Baum ersetzt werden, erläuterte Niggemeier.

Entwicklungspotenzial sehen die Planer auch beim Ziegelweiherpark, der durch ein gastronomisches Angebot und eine bessere Beleuchtung belebter und sicherer gemacht werden könnte. Gerade Kinder und Jugendliche hatten bei den Begehungen geäußert, zu bestimmten Tageszeiten am Ziegelweiher Angst zu haben. Eine Belebung durch zusätzliche Spielangebote für Jugendliche und eine schnellere Wegeanbindung könnte der Bereich aufgewertet werden. Der Ziegelweiher könne auch teilweise renaturiert und in das Freizeitangebot eingebunden werden. Die städtischen Grünflächen sollten „erlebbar“ gemacht werden. Entsprechend zufrieden zeigten sich die Grünen mit den Konzeptideen.

Bis September kann diskutiert und nachjustiert werden, dann hoffen Verwaltung und Planer, einen Beschluss in trockenen Tüchern zu haben, um noch in diesem Jahr einen entsprechenden Förderantrag stellen zu können. Nach der Sitzung wurden Stimmen laut, dass das Projekt Erkelenz 2030 bis nach den kommenden Kommunalwahlen im September 2020 verschoben werden solle, da sich ein neuer Rat um die Umsetzung der nun gefassten Beschlüsse kümmern müsse.