Hygienetag: Imker sind fürs neue Jahr gerüstet

Hygienetag : Imker sind fürs neue Jahr gerüstet

Vielen mag es lästig sein oder gar bedrohlich erscheinen, doch das Summen der Bienen ist der Motor der Natur. Seit rund 50 Millionen Jahren bevölkert die Biene die Erde und leistet durch ihre effiziente Art des Zusammenlebens mit ihren Artgenossen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des blauen Planeten.

Dazu ist sie Lieferant eines der hygienischsten Nahrungsmittel, das der Mensch kennt. Dass die Biene durch den vermehrten Einsatz von Chemie in der Landwirtschaft in Gefahr ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen und dazu geführt, dass die Imkerei auf einmal nicht nur ein schönes Hobby ist, sondern notwendig. Etwa 70 Hobby-Imker habe sich in Erkelenz und Umgebung der Sache angenommen.

Neben Umweltgiften sind eingeschleppte Krankheiten häufig die Ursache dafür, dass ein Bienenvolk ausstirbt. So seltsam es klingen mag, ist es oftmals der Mensch, der durch seinen Eingriff in die Welt der Bienen Probleme verursacht. „Bienen habe Hygienevorstellungen, die vorbildlich sind“, sagt Hobby-Imker Günter Failing aus Kückhoven. Daher sei Honig das einzige natürlich erzeugte Nahrungsmittel, das vor dem Verzehr nicht weiterbehandelt werden muss.

Entsprechend sensibel muss der Umgang mit den Bienen gestaltet werden. So dienen die Einweghandschuhe des Imkers bei der Entnahme der Waben zuerst dem Schutz des hygienischen Umfeldes im Bienenstock, zum Beispiel beim Wechsel der Wachsplatten, in denen der Honig produziert wird. In Erkelenz gibt es rund 70 Hobby-Imker, die im Imkerverein (IMV) zusammengeschlossen sind. Im Herbst trafen sie sich erstmals zu einer gemeinsamen Reinigungsaktion bei Hermann-Josef Kleinen in Oerath, bei der jeder Imker seine Wachsplatten und die dazugehörenden Holzrahmen in einem chemischen Reinigungsbad säubern konnte.

Beim Wachs muss man vorsichtig sein. Die Bienen produzieren ihn selbst und verbauen ihn in den Holzrahmen des Imkers zu den typischen Flächen aus sechseckigen Waben. Dabei nutzt jeder Imker nur das eigene Wachs, denn zugekauftes Wachs kann Risiken bergen. So war schon verunreinigtes Wachs in Umlauf, das zum Aussterben ganzer Bienenvölker geführt hat. Auch Kerzenwachs ist zur Herstellung von Wachsplatten ungeeignet. Helles Wachs kann wieder in den Kreislauf des Stocks gegeben werden. Dunkles Wachs deutet auf Verunreinigungen durch Brutreste, Pollen oder Kokons hin. Es wird aus dem Kreislauf genommen und kann zum Beispiel für die Herstellung von Kerzen verwendet werden.

Mit der gemeinsamen Aktion der Erkelenzer Imker begann sozusagen das „Bienenjahr 2019“. Denn auch im Winter herrscht im Stock emsiges Leben. Mit ihrer Körpertemperatur halten die Bienen ihn bei einer Temperatur von 35 Grad angenehm warm. Sobald draußen die Quecksilbersäule des Thermometers auf zwölf Grad geklettert ist, schwärmt gut jede fünfte Biene im Stock aus, um Nahrung zu sammeln. Die übrigen sind mit der Hege und Pflege des Nachwuchses sowie dem Ausbau des Stocks beschäftigt. Eine gesunde Bienenkönigin kann zwischen August und Juni täglich rund 2000 Eier produzieren, eine Biene lebt sechs bis acht Wochen.

Einen „typschen“ Imker gebe es nicht, sagen die Imker. Das Hobby spreche Frauen wie Männer und alle Altersgruppen gleichermaßen an. Der IMV verzeichnet ein gesteigertes Interesse an den Informationsveranstaltungen über die Imkerei. „Viele Menschen verstehen, dass sie einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten können“, sagt Günter Failing. Eine Gefahr für Menschen gehe normalerweise nicht von den Bienen aus.

(hewi)