Hückelhoven-Millich: Hund und Herrchen auf gemeinsamer Jagd nach Frisbees und Punkten

Hückelhoven-Millich: Hund und Herrchen auf gemeinsamer Jagd nach Frisbees und Punkten

Es war ein ungewöhnliches Bild, das sich den vielen Hundefreunden im Stadion von Roland Millich bot. Wo ansonsten Fußballkicker ihrem Lieblingssport nachgehen, tummelten sich jetzt Hunde und rannten einer Frisbeescheibe nach, die sie auf spektakuläre Art und Weise auch noch in der Luft sicher fingen. Discdogging heißt das Event oder auch Dogfrisbee.

Die Geburtsstunde der seltenen und hierzulande recht unbekannten Sportart schlug in den 70er Jahren in den USA, als Alex Stein mit seinem Hund Ashley in der Pause eines Baseball-Meisterschaftsspiels auf das Spielfeld rannte und mit seinem Hund eine aufsehenerregende Vorstellung gab.

Fasziniert von dieser Sportart waren auch die in Millich beheimateten Mirjam Thöne und ihr Lebensgefährte Sven Tessaro. Es gelang ihnen als Discdog Team Hückelhoven, den Grenzlandcup 2016 nach Millich zu holen, und somit Reklame für ihren Sport zu machen.

Auf einer Hundemesse hatten Mirjam Thöne und Sven Tessaro die Sportart gesehen — und die Begeisterung war damals wie heute riesig. Natürlich waren die organisatorischen Vorbereitungen mit viel Arbeitsaufwand verbunden, aber das äußerst positive Echo auf den Grenzlandcup 2016 dürfte Lohn für die Organisatoren gewesen sein.

Eine weltweit geltende Punkteserie wurde inzwischen im Hundefrisbee festgelegt, und ab diesem Jahr zählen die erspielten Punkte ausschließlich zur Qualifikation für die Europa- und Weltmeisterschaft. Insgesamt waren in Millich etwa 60 Hunde verschiedenster Rassen angetreten, vom Jack Russel bis zum Labrador.

Bei den Wettbewerben unterscheidet man grundsätzlich drei Disziplinen, die von den Besuchern im Millicher Stadion beobachtet werden konnten: die „Mini Distance“, das „Freestyle“ und die „Long Distance“. Bei der Mini Distance, auch Throw and Catch genannt, handelt es sich um reine Wurf- und Fangtechniken. In einem markierten Spielfeld muss der Hund die Scheiben in der Luft fangen, wofür er Punkte erhält.

Bei der Long Distance hat der Hundeführer drei Würfe — und es gibt Punkte für den weitesten Wurf, den der Hund in der Luft gefangen hat.

Bleibt die interessanteste und kreativste Form des Dogfrisbees, die Freestyle Kür. In einer zwei Minuten langen Kür stellt das Team aus Hund und Mensch zur selbst gewählten Musik sein Können und die Harmonie zwischen Mensch und Tier unter Beweis. Ein Richterteam bewertet Schwierigkeitsgrad der Darbietung ebenso wie die Wurftechnik, die Zahl der gefangenen Würfe und das harmonische Zusammenspiel. Auch die Bewertung des Gesamteindrucks spielt eine Rolle.

(koe)
Mehr von Aachener Zeitung