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Beim Tempo zukünftig den Ton angeben: Hückelhoven will Tempo-30-Inititave beitreten

Beim Tempo zukünftig den Ton angeben : Hückelhoven will Tempo-30-Inititave beitreten

Immer mehr Kommunen schließen sich der Bewegung „Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten“ an. Jetzt will auch Hückelhoven den Antrag ausfüllen. Bürgermeister Jansen weiß schon, wo im Stadtgebiet er gerne Tempo 30 hätte.

Innerorts gilt meist Tempo 50. Die Initiative „Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten“ will das ändern und den Kommunen ermöglichen, frei zu entscheiden, welche Geschwindigkeiten in den Orten erlaubt sind. Mehr als 530 Städte und Kommunen haben sich bereits hinter diese Forderung gestellt. Im Kreis Heinsberg gehört Wassenberg zu den frühen Unterstützern, seit kurzem diskutiert die Gemeinde Selfkant über das Thema und nun will auch Hückelhoven der Initiative beitreten.

„Wir wollen selbst bestimmen, welches Tempo auf welcher Straße gilt“, fasst Achim Ortmanns, Erster Beigeordneter der Stadt, das Anliegen der Verwaltung zusammen. Derzeit sieht die Straßenverkehrsordnung vor, dass 30 Kilometer pro Stunde nur bei konkreten Gefährdungen oder vor sozialen Einrichtungen wie etwa Kitas und Schulen angeordnet werden können. Zwar sei die Stadt bereits gut mit Tempo-30-Bereichen ausgestattet, doch es gebe immer wieder Problemfälle und Diskussionen mit den übergeordneten Stellen.

Durch die Entscheidungsfreiheit könnten die Kommunen flexibel und ortsbezogen die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten anordnen, begründet die Verwaltung in der Sitzungsvorlage. Dies trage auch zu mehr Lebendigkeit, Lebensqualität und Nachhaltigkeit in den Städten bei.

Dem Hückelhovener Bürgermeister Bernd Jansen fallen zudem aus dem Stegreif gleich mehrere Straßen ein, auf denen er das Tempo gerne drosseln würde. „In Altmyhl hätten wir gerne Tempo-30-Schilder, die Straße ist supereng“, so Jansen. Doch die Straße sei eine Landstraße und die Stadt mit ihrem Wunsch an der entsprechenden Stelle gescheitert. „Gleicher Fall: die Breite Straße in Hilfarth“, sagt Jansen. Dort sei das Verkehrsaufkommen sehr hoch. Erst nach langem Ringen habe die Stadt immerhin für gewisse Zonen ein Tempo 30 erreicht. Dies sei aber nur vor Altenheimen, Schulen und Kindergärten möglich, erklärt Jansen. Auch in Baal habe die Stadt nach zähen Diskussionen in gewissen Bereichen ein nächtliches Tempo-30-Gebot einführen können.

„Die Anwohner, die Verwaltung und die Politiker vor Ort können am besten bewerten, welche Geschwindigkeit wo Sinn macht“, ist Jansen überzeugt. Dem konnte sich auch der Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Klimaschutz und Mobilität nur anschließen. Einstimmig wurde der Beitritt befürwortet.

Bei einer Umfrage unserer Redaktion zur Tempo-30-Initiative Ende Januar, hatte Hückelhoven bereits signalisiert, der Bewegung generell positiv gegenüberzustehen. „Zurzeit befinden sich einige Städte in der Erprobung. Diese gilt es abzuwarten, um auch Entscheidungshilfen zu bekommen, auf welchen Straßen es sinnvoll sein wird, die Einschränkung mit Tempo 30 als Höchstgeschwindigkeit innerorts anzuordnen“, so Holger Loogen, Leiter des Hauptamtes in Hückelhoven, vor wenigen Wochen. Schließlich könnten nicht alle innerstädtischen Straßen verkehrsberuhigt werden, wenn man den Verkehrsfluss mit im Auge behalte. „Eine angemessene Geschwindigkeitsbeschränkung macht aber nur Sinn, wenn diese durch stationäre Geschwindigkeitsmessung kontrolliert wird“, betonte Loogen weiter. Auch zu diesem Thema seien aber Änderungen in der Diskussion.