Hückelhoven: Schüler steigen in den Ring

Boxen in der Schule : Schüler steigen in den Ring

Wenn man vor einiger Zeit den Satz „Ich habe geboxt“ in Verbindung mit der Schule gehört hätte, wären viele Eltern wohl besorgt gewesen. Nun soll das Boxen jedoch als schulischer Sport etabliert werden. Mittlerweile darf das Boxen in NRW als Schulsport unterrichtet werden. Die Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule Hückelhoven hat dafür nun den Grundstein gelegt.

Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 7 haben die Möglichkeit, die Arbeitsgemeinschaft „Boxen“ zu besuchen. Dafür kooperiert die Gesamtschule mit dem Boxverein BC Hückelhoven, bei dem die AG auch stattfindet. Dies ist dem Lehrer Azad Calik zu verdanken, der unmittelbar nach seinem Dienstantritt an der Gesamtschule Hückelhoven die Idee hatte, das „Boxen als AG“ einzuführen.

Dirk Bürger, Vorsitzender des Boxvereins, erklärte sich dazu bereit, die Schülerinnen und Schüler in das Kindertraining zu integrieren. „Es war schon immer der Wunsch meines Vaters Hubert Bürger, das Boxen als Schulsport in die Schulen zu bringen. Das ist ein erster wichtiger Schritt dorthin“, sagte er. Einmal in der Woche trainieren die Schülerinnen und Schüler die wichtigsten Boxtechniken und erhöhen dadurch ihre körperliche Leistungsfähigkeit.

Doch laut Calik ist das noch längst nicht alles. Das Boxen darf auf keinen Fall mit einer gewaltfördernden und unkontrollierten Beschäftigung verwechselten werden. Beim Boxen geht es um Disziplin – und noch viel wichtiger, um die persönlichkeitsentwickelnden Elemente. „Mich selber hat das Boxen durch die wichtigsten Phasen meines Lebens begleitet. Die Strukturen, die mir der Sport vermittelte, halfen mir in meinem Studium und auch in meinem Privat- und Berufsleben“, sagte Calik. Seit vier Jahren befähigt die Trainer Lizenz C den 36-jährigen Lehrer dazu, den Sport weitervermitteln zu dürfen. „Das Training ist hart. Aber danach geht es mir immer besser und es macht viel Spaß“, sagte eine Schülerin der Gesamtschule.

Die Prämisse der Schule und auch des Vereins ist: „Keine Toleranz für Gewalt“. Klingt zunächst paradox, wenn man über eine Kampfsportart spricht. Ist es aber nicht: „Die gestaute Energie aus dem Schulalltag wird im Training kanalisiert und entladen. Die Teilnehmer verschwenden im Alltag keine unnötige Energie, sie sind ausgeglichener, das Training produziert Glückshormone im Körper und man ist am Ende des Tages entspannt“, so die Schule.

„Unsere Schule möchte dieses Projekt definitiv beibehalten und erkennt den Mehrwert für die Schülerinnen und Schüler“, fasst der Schulleiter Georg Schiefelbein zusammen.