Hückelhoven: Den Boden mal ganz anders entdecken

Ganztagshauptschule Hückelhoven : Den Boden mal ganz anders entdecken

Es bedurfte schon einiger Recherche, bis die Schüler der Ganztagshauptschule Hückelhoven, In der Schlee, zu echten Bodenexperten wurden. Als klar war, dass sich die Schüler der Klasse 8d für den bundesweiten Wettbewerb „Echt Kuh-l“ mit diesem Thema auseinandersetzen, suchten sie erst einmal nach Informationen. „Das Thema war ziemlich neu für uns“, sagt Ferhat Aydin, 13 Jahre.

Was läuft im Boden ab? Wie wird er fruchtbar? Welche Lebewesen halten sich dort auf? Und was machen die eigentlich? Fragen gab es genug. Die Antworten verpackten die Schüler in ein Video, das neben den Informationen über den Boden musikalische und schauspielerische Elemente enthält, sagt Tala Alkhatib, 13 Jahre. Nach einigen Wochen Arbeit war den Jugendlichen dann klar, dass sie einen aussichtsreichen Wettbewerbsbeitrag zusammengestellt hatten. „Wir haben schon auf das Beste gehofft“, sagt Benny Neumann, 14 Jahre. Herausgekommen ist der erste Platz beim Schülerwettbewerb zur nachhaltigen Landwirtschaft und Ernährung des Bundeslandwirtschaftsministerium.

Es war eine Expedition ins Erdreich, die die Hückelhovener Schüler in ihrem Erklärvideo „Unter unseren Füßen“ unternehmen. Um die kleinen Helfer unter der Erde zu erkunden, schrumpften sie auf Regenwurm-Größe. So entdeckten sie, wie wichtig die kleinen Lebewesen für den Boden sind.

Regenwürmer, Springschwänze, Pilze, Bakterien – unter unseren Füßen leben Billionen solcher kleinen Helfer. Sie machen den Boden fruchtbar, denn sie zersetzen tote Pflanzen und Tiere und stellen daraus Nährstoffe für Pflanzen her. Das alles erklären die Schüler sehr anschaulich. „Unter unseren Füßen, da ist ganz viel los. Da leben kleine Wesen und sie schenken uns Leben“, singt die Klasse am Ende.

Das Thema habe die Schüler vorher eigentlich nicht interessiert, sagt Ferhat Aydin, durch den Wettbewerb seien sie aber darauf aufmerksam geworden. Nun seien ihnen viele Zusammenhänge zwischen Boden, Landwirtschaft und Ernährung bewusster geworden.

„Ackern für die Vielfalt – Teamarbeit in und mit der Natur“, unter diesem Motto hatten sich 2800 Kinder und Jugendliche an dem Schülerwettbewerb des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft beteiligt. Insgesamt wurden 422 Einzelbeiträge eingereicht. Die Schüler beschäftigten sich mit Nützlingen und Schädlingen, mit Bakterien und Leguminosen, mit Bestäubern und Insekten. Sie lernten, wie unverzichtbar das Miteinander von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen ist. Viel wurde unternommen, um selbst die biologische Vielfalt zu fördern.

Die Hückelhovener Schüler waren in diesem Jahr übrigens schon zum zweiten Mal erfolgreich beim Wettbewerb dabei. Im vergangenen Jahr belegten sie den zweiten Platz, bevor sie nun das beste Ergebnis ihrer Altersgruppe lieferten. „Bei diesem Wettbewerb haben die Schüler die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten und Talente zu zeigen“, sagt Klassenlehrer Bernward Jung. So hatten die Schüler unter dem Ober-
thema „Nachhaltige Landwirtschaft“ die Möglichkeit, Elemente aus Biologie und Musik zu kombinieren. Durch die unkonventionelle und kreative Herangehensweise sei ein authentisches Ergebnis entstanden, sagt Jung.

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