Hückelhoven: „Außer Rand und Band“ mit Herbert Knebels Affentheater

Kabarett : „Außer Rand und Band“ mit Herbert Knebels Affentheater

„Mach nicht so ein Affentheater!“ Die Warnung mag noch so manchen aus dem Kindertagen bekannt vorkommen. Wenn der elterliche Vormund wiedermal einen Spaß oder Witz missverstanden hatte. Ein „Affentheater“ sticht allerdings heraus, nämlich das von Kabarettist Uwe Lyko alias Herbert Knebel.

Seit mehr als 30 Jahren tourt er mit seinen Kollegen durch die Republik. Diesmal war das Affentheater mit seinem neuen Programm „Außer Rand und Band“ in der Hückelhovener Aula zu Gast. „Mögt ihr Schlager“, fragte Herbert Knebel das Publikum zu Beginn. Und auch wenn der ein oder andere schon versucht war, mit dem Kopf zu Nicken, unterbracht Knebel es mit einem jähen „… dann seider hier falsch“. Glück gehabt, mochte sich da der ein oder andere wohlwollend gedacht haben.

Dennoch war Musik an diesem Abend ein bestimmendes Element. Die 60er und 70er Jahre haben es den vier Mitgliedern des Affentheaters so richtig angetan. Hits gestandener Bands wie Bee Gees, Pink Floyd, The Clash oder David Bowie brachte das Affentheater mit viel Herzblut und musikalischer Finesse auf die Bühne. Nicht zuletzt, weil der Text natürlich ein völlig anderer war. So wurde aus dem Titel „Staying alive“ schnell „Alles ist steif“, was wohl am fortgeschrittenen Alter der Protagonisten lag.

Neben Herbert Knebel waren da übrigens Gitarrist Ozzy Ostermann alias Georg Göbel, in seiner Rolle wohl der prädestinierte Obermacho zu nennen, sowie Bassist Ernst Pichel und Schlagzeuger Trainer, gespielt von Detlef Hinze, zu nennen. Letzterer nahm immer wieder fast kindliche Züge an, was wohl an seiner schier grenzenlosen Vergesslichkeit lag. „Dat ist aber auch wat – kollektiver Gedächtnisverlust“, diagnostizierte Herbert Knebel sogar.

Gerade in den herrlich-amüsanten Dialogen oder auch Gruppensitzungen auf der Bühne kam Knebels Diagnose zu tragen. Hier offenbarte sich auch die andere Seite des Affentheaters. Im ersten Moment eine etwas in die Jahre gekommene Rockband aus dem Pott, im nächsten schon eine tourende Selbsthilfegruppe mit Fliesentisch und Häkeldeckchen. Nicht jedoch Alkohol oder Drogen waren das Problem. Nein es waren horrende Bußgeldsummen, die vor allem Bleifuß Ozzy angehäuft hatte.

So reihte sich eine komische Szene an den nächsten Rurpott-Rocksong und vielen im Publikum mag der Gedanke gekommen sein: Hoffentlich endet dieses Affentheater nicht so schnell.

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