Hubertine Fabry verabschiedet sich von Rurtal-Schule in den Ruhestand

Verabschiedung von Hubertine Fabry : Ein Blick auf ein langes Lehrerleben

„Loszulassen, das ist der Schlüssel zum Glück“, zitierte Schulrätin Astrid Petry einen Aphorismus Buddhas bei der Verabschiedung in den Ruhestand von Konrektorin Hubertine Fabry an der Rurtal-Schule. An den Festlichkeiten und der Urkundenverleihung nahmen Kollegium, Schulverwaltung und Elternvertreter teil.

„Schule ist ein Lebensraum, in dem sich alle Beteiligten wohlfühlen sollen“. Diesen Leitsatz habe Hubertine Fabry ein Berufsleben lang beherzigt, beschrieb die Kollegin Gisela Grein das berufliche Ethos der Ruheständlerin. Zuvor hatte der Schulleiter der Rurtal-Schule, Volkmar Gilleßen, einen Blick zurück auf die Stationen eines langen Lehrerinnenlebens geworfen.

Nach ihrem Abitur an St. Ursula in Geilenkirchen habe Hubertine Fabry an der PH Aachen und AFH für Gehörlose in Dortmund studiert. Die ersten Berufsjahre erfolgten an der Schule für Gehörlose in Bielefeld-Senne. Mit dem Schuljahr 1980/81 wechselte sie an die Schule für Sprachbehinderte des Kreises Heinsberg in Wassenberg-Myhl. Ab dem Schuljahr 1996 übernahm sie die Koordination des „GU – Gemeinsamen Unterrichts“ im Schulamtsbereich Kreis Heinsberg und unterrichtete im GU Förderschüler an Grundschulen in Wegberg und Birgelen. Mit dem Beginn des Schuljahres 2008/09 übernahm sie die kommissarische Leitung der Gebrüder-Grimm-Förderschule in Wassenberg-Myhl.

Am 5. April 2011 wurde sie zur Sonderschulkonrektorin ernannt. Ab dem 1. Februar 2017 wechselte sie mit 63 Jahren an die Rurtal-Schule als Konrektorin und begleitete in Doppelfunktion die Schließung der Förderschule in Myhl, der Schule, von der Fabry selber sagte, dass es „die goldene Zeiten“ ihres Lehrerlebens gewesen seien.

Der ehemalige Schulleiter der Gebrüder-Grimm-Schule in Myhl, Dr. Helmut Küster, bestätigte in seiner Rede, dass seine Kollegin Fabry dort die meisten ihrer Dienstjahre verbracht hätte. In dieser Zeit sei sie ihm ein ruhender Pol und eine ausgleichende Kraft gewesen. Ihren Rat und durchdachte Meinung seien ihm immer wichtig gewesen. Auch als Führungskraft sei sie ein liebenswerter Mensch geblieben: „Menschen wie dich brauchen wir in Schule auch weiterhin“, schloss er seine Laudatio.

Lobende Worte fand auch Franz Josef Dahlmanns, Dezernent Schule, VHS, Kultur und Sport beim Kreis Heinsberg. „Vielen Dank für die tolle Arbeit, die sie geleistet haben“. In diesen Reigen stimmte der Vorsitzende des Lehrerrats Dietmar Pelzer ebenso ein wie die Vertreter der Elternschaft.

Sie habe viele Stationen und Begegnungen mit Menschen in ihrem Leben erlebt, die sie als Geschenk empfunden habe, zog Hubertine Fabry ihr Fazit. Das habe mit Ermutigungen durch eigene Lehrer begonnen und sich im Berufsleben fortgesetzt. Den „Gemeinsamen Unterricht“ zu koordinieren und selber durchzuführen, habe ihr den Blick geweitet.

Auch das Wagnis, für die letzten Jahre an die Rurtal-Schule mit einem neuen Förderschwerpunkt zu wechseln, sei ein Geschenk gewesen, um etwas ganz Neues im Umgang mit geistig behinderten Menschen zu erlernen. „Ich durfte so Schüler kennenlernen, die in ihrer offenen, naiven Art mein Weltbild nochmals bereichert haben“, betonte Hubertine Fabry. Ihr Dank galt dem neuen Kollegium, besonders aber dem Schulleiter Gilleßen, der ihr die Gelegenheit gegeben habe, auch die letzten Berufsjahre als ein großes Geschenk zu erleben.

Das Kollegium antwortete der scheidenden Konrektorin mit dem gemeinsam vorgetragenen und textlich angepassten Song von Udo Jürgens „Mit 66 Jahren“.

Mit der Überreichung der Urkunde durch die Schulrätin Astrid Petry begann für Fabry am Ende der Feier auch formal der verdiente Ruhestand.

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