Heinsberg-Randerath: Horster Symphonieorchester besteht Feuerprobe

Heinsberg-Randerath: Horster Symphonieorchester besteht Feuerprobe

Mit seinem Debütkonzert gelang dem Symphonieorchester Horst ein Kunststück. Die 25 Musiker hatten sich erst im Oktober vergangenen Jahres mit ihrer Dirigentin Jessica Schlömer zur ersten gemeinsamen Probe getroffen. Einmal im Monat, kurz vor dem Konzert etwas öfter, trafen sich die Orchestermitglieder in der Bürgerhalle Horst oder im Pfarrheim Randerath.

Die Freude an der Musik und am gemeinsamen Musizieren scheint aber eine Gruppe zusammengebracht zu haben, der es gelungen ist, nicht nur die Dirigentin beim Debütkonzert zu überraschen.

Klassische Konzert- und Filmmusik bot das Symphonieorchester den Zuhörern in der voll besetzten evangelischen Kirche in Randerath dar. Schon mit dem zweiten Stück hatten sich die Musiker in die Herzen des Publikums gespielt. Dirigentin Jessica Schlömer: „Die Ungarischen Tänze Nr. 5 haben den Musikern am meisten Spaß gemacht.“

Und dieser „Spaß“, der übertrug sich auch aufs Publikum. Mit Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ hatte das Symphonieorchester Horst das Konzert eröffnet. Der 1. Vorsitzende des Musikvereins Horst, Björn Kuhlen, dessen Verein sich rühmen darf, dieses Symphonieorchester aus der Taufe gehoben zu haben, hatte den ersten öffentlichen Auftritt dieser ungewöhnlichen Orchesterneugründung mit Stolz angekündigt — Symphonieorchester gründen sich schließlich nicht alle Tage in der Region.

So wie der Musikverein Horst in seinen Reihen Musiker im Alter von acht bis 68 Jahren vereint, so ist auch die Altersstruktur des neuen Symphonieorchesters Horst breit gefächert: Musiker im Alter zwischen 15 bis 70 Jahren spielen im Orchester, wobei die Jüngeren in der Überzahl sind. Neben Mitgliedern des Musikvereins Horst spielen Musiker aus der Region von Scherpenseel bis Baesweiler mit.

Jessica Schlömer, gebürtig aus Lindern, wurde zur Dirigentin auserkoren. Sie studiert an der Hochschule für Musik und Tanz Köln Klarinette. Drei Mitstudenten der Kölner Uni gehören ebenfalls zum Orchester. „Die drei haben auch den anderen Musikern Sicherheit vermittelt. Jeder hat alles gegeben. Die Musiker haben sich trotz nicht so vieler Proben schnell aufeinander eingestellt“, sagt Jessica Schlömer.

Selbst bei Verdis „Nabucco“, dem technisch schwierigsten Stück, an dessen Umsetzung das Orchester am längsten gearbeitet hatte, war die Dirigentin sehr zufrieden mit der Leistung ihrer Musiker. Sogar die schnellen Passagen gegen Ende des Stücks wurden gemeistert.

Musik aus dem Tschaikowski-Ballett „Dornröschen“ und Filmmelodien aus „The Rock“ wurden ebenfalls dargeboten. Bei Ennio Morricones „Gabriels Oboe“ kam ein Ensemble mit Posaune, Horn, Klarinette und Tuba zu seinem Auftritt. Das Publikum war vom Debüt des Symphonieorchesters Horst restlos begeistert und verlangte mehr als nur eine Zugabe.

Leider gibt das Repertoire aber noch nicht so viele Stücke her, wie das Publikum gerne noch gehört hätte. So spielte das junge Symphonieorchester als Zugabe noch einmal sein Lieblingsstück, die „Ungarischen Tänze“ von Johannes Brahms.

Nach diesem Auftakt-Erfolg war die Stimmung natürlich bei Zuhörern und Musikern gleichermaßen gut.

Für die Zukunft hat das neu gegründete Orchester drei Wünsche: Zum einen, dass sich noch Mitspieler melden, denn vor allem Streicher werden noch gebraucht. Interessierte können sich per Mail unter daniel.watermeyer@gmx.de melden. Zum zweiten, dass sich eines Tages vielleicht mal ein Austausch mit einem anderen Orchester ergibt und vor allem aber, dass die Würstchen beim gemeinsamen Grillen vor der Sommerpause nicht verbrutzeln.

(defi)