Holocaust-Gedenktag in Erkelenz mit "Akustischem Stolperstein"

Holocaust-Gedenktag : Endloses Leid in der Endlosschleife

Am Sonntag wurde von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang (8.19 Uhr bis 17.15 Uhr) der Opfer des Holocaust gedacht. Vor 74 Jahren, am 27. Januar 1945, wurden die letzten Insassen des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau von der Roten Armee befreit.

Vor neun Jahren begann die Arbeitsgruppe „Gegen das Vergessen“ des Heimatvereins mit ihrem „Akustischen Stolperstein“ am Alten Rathaus. In einer Endlosschleife werden am Jahrestag der Befreiung die Namen der ermordeten und vermissten Erkelenzer jüdischen Mitbürger mit ihren Lebensdaten sowie ihrem Geburts- und Sterbeort verlesen. Und so schallten die Namen und Lebensdaten am Sonntag über den Markt und brachten einige Passanten oder Besucher der sonntäglichen Messe in St. Lambertus dazu, stehenzubleiben und mit den Initiatoren zu reden.

„Die Aktion soll die Erkelenzer bewegen, kurz innezuhalten und sich zu erinnern“, fasste Rainer Merkens vom Arbeitskreis zusammen. Gemeinsam mit Hubert Rütten sowie Silvia und Christoph Stolzenberger hatte er einen Tisch mit Informationsmaterialien an den Rathausarkaden aufgebaut. Der Heimatverein hat unter anderem die „Route gegen das Vergessen“ entwickelt, die Interessenten bei einem Stadtrundgang zu den Orten bringt, an denen einmal jüdisches Leben stattfand. Die Erinnerung ist längst schon auch digital geworden.

Unter dem Hashtag „#WeRemeber“ konnten sich Besucher fotografieren lassen und die Bilder in den sozialen Netzwerken im Internet teilen. Diese Aktion geht auf eine Kampagne des World Jewish Congress aus dem Jahr 2017 hervor, im vergangenen Jahr beteiligten sich weltweit rund 650 Millionen Menschen in 155 Ländern. Der 27. Januar ist der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Seit 1996 ist er auf Betreiben des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog offizieller deutscher Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.

(hewi)
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