Historiker Karl Beumers stellt sein neuntes Buch vor

Buch von Karl Beumers : Vergangenheit lebendig werden lassen

Den Beginn des Zweiten Weltkriegs hatte der Kirchhovener Historiker Karl Beumers ganz bewusst gewählt, um sein inzwischen neuntes Buch im Rondell im Klevchen zu präsentieren.

Auch darin hat er wieder die Erinnerungen von 35 Menschen aus der Region an die Zeit des Nationalsozialismus aufgeschrieben. Ein Schwerpunkt darin ist dieses Mal die Hilfe, die von Heinsbergern für ihre jüdischen Mitbürger geleistet wurde.

Und so ließ Beumers selbst nach seiner Begrüßung diese Zeit noch einmal in ihren wesentlichen Daten und Fakten Revue passieren. „Es ist Dir gelungen, für unsere Stadt wieder etwas zu schaffen, was für uns von besonderem Wert ist“, lobte Bürgermeister Wolfgang Dieder das Buch, in das er vorab schon einen Blick hatte werfen dürfen. „Man kann Geschichte wissenschaftlich aufbereiten. Wichtiger ist jedoch, die Vergangenheit lebendig werden zu lassen, Menschen zu Wort kommen zu lassen, die die Vergangenheit erlebt haben.“ Er sei sehr froh, dass Beumers die Aufgabe übernommen habe, diese Geschichte für die Gegenwart und für die Nachwelt zu dokumentieren.

Heinsberg stehe im Buch von Beumers exemplarisch für einen Zeitenwandel, der heftiger nicht sein könne, aus der Diktatur in die Demokratie, aus der Unterdrückung in die Selbstbestimmung, erklärte der stellvertretende Landrat Willi Paffen. So mancher Leser finde sich im Buch wieder. „Man reflektiert dann seine eigene Geschichte und die Geschichte seiner Vorfahren“, sagte er. „Wir lernen daraus, dass es sich lohnt, über seine Wurzeln nachzudenken, sich an Gutes und Böses zu erinnern.“ Darin liege die Basis heutigen Tuns. „Hieraus ergibt sich auch der eine oder andere Korrekturansatz für unsere Einschätzung der heutigen Zeitläufe. Dies ist jede Mühe wert.“

„Niemals vergessen!“, betonte Propst Markus Bruns in seinem Grußwort. Auch das neue Buch leiste dazu einen ganz wichtigen Beitrag. Auch Bruns dankte den Zeitzeugen, ebenso wie Beumers natürlich. Durch seine Bücher lerne man, die Geschichte zu verstehen und worauf man achten müsse, dass der Zusammenhalt erhalten bleibe für die Gegenwart und für die Zukunft in einem freien Land. Weitere Wortbeiträge hatten Maria Beumers mit einem Gedicht und Mechthild Jansen mit einem Psalm mitgebracht, den sie auch in Hebräisch vortrug.

Interessante Details erfuhren die Besucher der Buchpräsentation dann von zwei Zeitzeugen, die sich im Gespräch mit der Journalistin Anna Petra Thomas an die damalige Zeit erinnerten. Josef Nacken etwa konnte vom Morgen nach der Reichspogromnacht berichten oder von den Juden in der ehemaligen Lohgerberei Manasses Lues. Theo von Birgelen wusste noch detailliert davon zu erzählen, in wie vielfältiger Weise sein Vater Josef damals den Heinsberger Juden, vor allem der Familie Blech, geholfen hatte.

Jugendmusikschulleiter Theo Krings freute sich, mit Thomas Beumers, dem Sohn von Karl Beumers, auch einen ehemaligen Schüler begrüßen zu können. Thomas Beumers war Teil eines Hornistenquartetts des Luftwaffenmusikkorps Münster, dem noch Willi Kröger, Thomas Schmitz, und Stefan Honsel Lichtenberg angehörten und das den Nachmittag musikalisch sehr würdevoll gestaltete.

Erhältlich ist das neue Buch in der Buchhandlung Gollenstede und beim Autor selbst.

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