1. Lokales
  2. Heinsberg

Hilfsverein erfreut über Fortschritte bei Projekt in Ruanda

„Wir für Ruanda“ : Hilfsverein erfreut über Fortschritte bei Projekt in Ruanda

Freudig kehrte ein Team vom Oberbrucher Hilfsverein „Wir für Ruanda“ von seiner Reise aus dem afrikanischen Land. Sie hatte das inzwischen fertiggestellte VTC-Zentrum (Zentrum zur beruflichen Ausbildung) mit den restlichen Möbeln ausgestattet und gesehen, wie 20 Jugendliche, die größtenteils im Zentrum leben, in Nähen, Kunsthandwerk, Haushaltslehre und Farming ausgebildet werden.

Das Besondere daran ist, dass diese Heranwachsenden allesamt Kinder mit besonderem Förderbedarf sind, das heißt Kinder mit einer geistigen Behinderung. „Es geht einem das Herz auf, wenn man sieht, wie diese Kinder, die bevor sie zu uns kamen in der ruandischen Gesellschaft und ihren Familien als nutzlose Esser galten und als unfähig für Schule und Ausbildung angesehen wurden, nun ihre neugewonnen großen handwerklichen Fähigkeiten zur Schau stellten“, berichtet Dr. Bernd Bierbaum, der Gründer des Zentrums und des Vereins „wir für Ruanda“.

Die Gruppe freute sich auch riesig über das schöne Gebäude. 2016 hatte die deutsche Botschaft in Kigali 10.000 Euro zum Bau dieses Zentrums für den Tochterverein „Amizero y’Ubuzima“ zur Verfügung gestellt und „wir für Ruanda“ erklärte sich damals bereit, für den Rest der Baukosten aufzukommen. Deutsche Staats- und Kirchenorganisation stellen ihre Unterstützungsgelder immer nur lokalen – ruandischen – Hilfsvereinen zur Verfügung, nie aber deutschen Strukturen. Daher musste 2015 diese Tochterorganisation gegründet werden.

Doch bald habe Bierbaum schmerzhaft Stück für Stück Unregelmäßigkeiten – auch finanzieller Form – in der Verwaltung dieses Vereins entdeckt, was ihn dazu geführt habe, jede weitere Zusammenarbeit mit dieser Organisation abzulehnen. Das VTC-Gebäude stand bereits in den äußeren Mauern, die deutsche Botschaft wünschte die baldige Fertigstellung und „Amizero y’Ubuzima“ hatte trotz gewisser deutscher Freunde kein Geld, den Bau dieses Gebäudes zu beenden. Daraufhin entschied die deutsche Botschaft mit der Genehmigung des Auswärtigen Amtes in Berlin das Gebäude mit allen Rechten und Pflichten an „Wir für Ruanda“ zu übertragen.

Der Verein aus dem Kreis Heinsberg hat das Gebäude inzwischen fertiggestellt, möbliert, mit Nähmaschinen ausgestattet und seinem Zweck zugeführt: der beruflichen Ausbildung geistig behinderter Kinder, um diesen ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben zu ermöglichen. „Wir sind sehr stolz auf diese Leistung, die einmalig ist im zentralen Afrika“, sagen sehr zufrieden die beiden mit Bierbaum mitgereisten Damen, die ihrerseits Kunst- und Nähprojekte mit den Kindern während dieses Aufenthaltes durchgeführt haben.

Auch Rampen zu den Eingängen der Unterrichtsräume waren notwendig, weil der Schneidereilehrer aufgrund seiner frühkindlichen Polio auf einen Rollstuhl angewiesen ist.