Hilfarth: Ein neuer Treffpunkt für Jugendliche

Schützenbruderschaft St. Marien : Ein neuer Treffpunkt für Jugendliche

Kicker, Billard und demnächst auch Flipper: Bei den St.-Marien-Schützen wird jungen Leuten viel geboten. Junge Mitglieder sind genauso eingeladen, wie alle anderen Jugendlichen.

Ein weißes Schild mit zwei grünen Kreuzen des heiligen Sebastianus darauf weist schon auf dem Bürgersteig darauf hin, dass es im Hilfarther Pfarrheim etwas Neues gibt, das mit der Schützenbruderschaft St. Marien zu tun hat. Ihren Schießstand, wie jetzt ausgeschildert, hatte die Bruderschaft im Keller des Pfarrheims immer schon. Neu ist hier jedoch der Jugendtreff, zu dessen Eröffnung die Schützen am Wochenende eingeladen hatten.

Fast ein Drittel der rund 350 Mitglieder der Bruderschaft seien zwar Jugendliche, erklärte Brudermeister Olaf Lengersdorf. Eigentlich also kein Grund, sich um den Nachwuchs zu sorgen. „Aber sie kommen einfach nicht mehr“, fügte er sogleich hinzu. Die wenigen Aufzüge im Jahr seien halt zu wenig, um die jungen Leute in ein lebendiges Vereinsgeschehen zu integrieren. „Wir müssen unseren jungen Mitgliedern etwas bieten“, sei also die Überlegung gewesen.

Die Lösung fand sich in einem leerstehenden Kellerraum gleich neben dem Schießstand. Nachdem er von der Kirchengemeinde angemietet werden konnte, verwandelten 15 Mitglieder der Bruderschaft ihn seit September vergangenen Jahres in rund 1000 Arbeitsstunden in einen hellen, einladenden Treffpunkt. Neue Wände wurden eingezogen, es wurde verputzt, tapeziert und angestrichen. Die Fenster erhielten neue Vorhänge. Sogar eine kleine Küche wurde eingebaut und es gelang, gebraucht passendes Mobiliar zu kaufen.

Vor allem aber stehen in dem neuen Jugendtreff schon jetzt ein großer Billard- und ein Kickertisch bereit und warten auf die jungen Spieler. An der Wand hängt eine Dartscheibe und auch viele andere Brettspiele sind schon vorhanden. „Einen Flipperautomaten wollen wir noch anschaffen“, verriet Lengersdorf zudem. Und wer will, der kann sich auf dem Schießstand gleich nebenan unter Anleitung erfahrener Schützen mit dem neuen Lasergewehr versuchen, das ebenfalls neu angeschafft wurde.

Im Rahmen der Einrichtung des Jugendtreffs haben die Schützen ihren Schießstand renoviert und mit einer Anlage für die elektronische Auswertung der Schießscheiben auch technisch modernisiert. Hinzu gekommen ist zudem ein geschlossener Abstellraum, in dem neben dem Getränkevorrat weiteres Zubehör für den zehn Meter langen Luftgewehr-Schießstand aufbewahrt wird.

Brudermeister Olaf Lengersdorf demonstrierte den Besuchern bei der Eröffnung auch die Funktion des neuen Lasergewehrs. Foto: Anna Petra Thomas

Einen „Probetag“ hat es schon gegeben im neuen Jugendtreff. 14 Jugendliche seien gekommen, freute sich Lengersdorf. In Kindergarten und Schule will er jetzt auch persönlich für die neue Einrichtung werben. „Und wenn nachher nur zehn junge Leute bleiben, haben wir alles richtig gemacht“, freut er sich. Vor allem aber machte er in seiner kurzen Ansprache deutlich, dass der Jugendtreff nicht nur den jungen Mitgliedern der Schützenbruderschaft, sondern allen jungen Leuten offenstehen soll. „Jeder soll hier auch mit nur einem Euro in der Tasche einen schönen Abend verbringen können“, betonte er.

Der evangelische Pfarrer Dr. Gerhard Saß und Diakon Heinz Brand nahmen anschließend die Einsegnung des neuen Jugendtreffs vor. „Die Schützen gehen hier mit gutem Beispiel voran und übernehmen soziale Verantwortung“, betonte Brand. „Hier wird Kirche ganz besonders sichtbar bei den Menschen.“ An diesem neuen Ort könnten sich junge Menschen treffen, sich kennenlernen und auch mehr darüber erfahren, was die Bruderschaft im Ort bedeute, ergänzte Saß.

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