Wegberg-Arsbeck: Heinz-Jakob Mevissen mit Ehrenpreis ausgezeichnet

Wegberg-Arsbeck: Heinz-Jakob Mevissen mit Ehrenpreis ausgezeichnet

Die Fotografen haben es nicht leicht an diesem Abend. Flink wie ein Wiesel eilt der Ehrenpreisträger durch das Vereinsheim des Trommlercorps Arsbeck, und Schnappschüsse laufen ins Leere. Denn die Fotos zeigen den Geehrten von hinten, seitlich weggedreht, aus dem Bild hastend, weil er sich gerade wieder mal kümmert, organisiert, zu tun hat — ein Macher eben.

Eine Momentaufnahme, die ihn treffend beschreibt, diesen Heinz-Jakob Mevissen aus Arsbeck, den Ehrenpreisträger der Stadt Wegberg 2014.

Ein „bisschen aufgeregt“ sei er, und seine Dankesrede habe er entgegen seiner sonstigen Gewohnheiten schriftlich festgehalten, „um in wenigen Worten viel zu sagen“. Seit drei Jahren ist der Gärtner Rentner, „mehr Zeit für meine Vereine“, freut er sich.

Fast erstaunt nimmt er die Aufmerksamkeit, die ihm geschenkt wird, zur Kenntnis. Bürgermeister Michael Stock, Pfarrer Franz Xaver Huu Duc Tran, die Beigeordneten der Stadt, Ehrenbürgermeisterin Hedwig Klein, Ehrenratsleute, Ratsvertreter, der Garten- und Verschönerungsverein Arsbeck, die Wühlmäuse — die Liste der Gäste, die ihm Respekt zollen, will nicht enden.

Mit einer Anekdote aus der Sitzung des Ehrenpreiskomitees, „die nicht öffentlich ist — ähnlich der Sitzung der Nobelpreiskomitees“, beginnt Bürgermeister Stock seine Laudatio.

Beim Namen Heinz-Jakob Mevissen habe jeder der Anwesenden aus unterschiedlichen Stadtteilen Wegbergs gewusst, wer gemeint sei. Das habe ihn besonders beeindruckt. Dann lässt er die Aktivitäten des Preisträgers Revue passieren: Die Gründung der „Wühlmäuse“, eine Rentnergruppe, die sich gemeinsam mit dem Garten- und Verschönerungsverein, um das Erscheinungsbild von Arsbeck, des Ehrenmals und den Bereich rund um die Kirche kümmert, geht auf ihn zurück.

Auch der Arsbecker Weihnachtsmarkt wurde vor zehn Jahren von ihm angestoßen und seitdem mit vielen fleißigen Helfern jährlich realisiert. Außerdem hat er dafür gesorgt, dass Seniorenmessdiener zur Verfügung stehen, wenn Kinder und Jugendliche die Schulbank drücken müssen.

Fest verwurzelt ist Mevissen auch in der Schützenbruderschaft St. Adelgundis, 2002 war er König. „Familie, Gemeinschaft, Werte, Traditionen — das wird in Ihrem Handeln und Leben ganz groß geschrieben“, so der Erste Bürger.

Nun muss Heinz-Jakob Mevissen tatsächlich einen Augenblick lang ganz still stehen, als der Bürgermeister ihm für sein „Lebenswerk“ den Ehrenpreis in Anerkennung des jahrelangen Engagements für den Stadtteil Arsbeck verleiht. Seine Dankrede ist kurz und knackig: Dank an die „Wühlmäuse“ (die ihn übrigens für den Ehrenpreis vorgeschlagen haben) und die Hoffnung auf weitere gute Zusammenarbeit mit der Stadt.

Heinz-Jakob Paulsen („Wühlmäuse“) erinnert an die Bild-Schlagzeile zur Papstwahl von Josef Ratzinger. „Wir Wühlmäuse sind Ehrenpreisträger und wir sind stolz auf dich.“

Bevor es zum gemütlichen Teil mit gutem Essen geht, ergreift der Preisträger noch einmal das Wort. Den roten Teppich müsse niemand ausrollen, den er besuche, und auch die Anrede Herr Ehrenpreisträger sei nicht nötig. Denn: „Ich bleibe Jakob.“

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