Heinsbergs fliegendes Klassenzimmer

Neubau der Janusz-Korczak-Schule : Heinsbergs fliegendes Klassenzimmer

Erich Kästner hätte ganz sicher große Augen gemacht: Da flog doch gestern tatsächlich ein Klassenzimmer entlang der Carl-Severing-Straße – hinüber über die Köpfe von Landrat Stephan Pusch und seinem Stellvertreter Philipp Schneider.

Auch über Schuldezernent Franz Josef Dahlmanns, zahlreiche andere Mitglieder der Verwaltung und hinüber über Michael Dohmen, dem Leiter der Janusz-Korczak-Schule, Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung, und sechs seiner Schüler flog das Klassenzimmer. Letztere sind es, für die das Schulgebäude auf dem früheren Bedienstetenparkplatz der Kreisverwaltung derzeit neu errichtet wird.

Und weil die Zeit drängt – bereits nach den Sommerferien sollen die Schüler in der neuen Schule unterrichtet werden – und die gesamte Schule deshalb ähnlich einem Fertighaus in Modulbauweise errichtet wird, entfielen Richtfest und Grundsteinlegung.

Stattdessen wurde gestern die „Modulstellung“ gefeiert und die stattlichen 11,57 Tonnen schweren Module schwebten über die Köpfe der Anwesenden hinweg. Für den kleinen Festakt an der Ecke Siemensstraße/Carl-Severing-Straße wurde es inzwischen auch allerhöchste Zeit. Zwar war am 5. Februar erst Baubeginn – doch inzwischen fehlen bis zur Fertigstellung des Rohbaus nur noch wenige Module. Insgesamt 5,2 Millionen Euro wird die Schule kosten. Verantwortlich für den Bau ist die Siegerländer Firma Kleusberg, die auf die Errichtung von Großgebäuden in Modulbautechnik spezialisiert ist.

Finanziert wird das Projekt zu einem großen Teil aus dem Programm „Gute Schule 2020“. 420.000 Euro muss der Kreis dann noch in die Einrichtung investieren, und auch für den neuen Parkplatz der Kreisverwaltung, der durch den Neubau entfällt, muss der Kreis noch einmal 297.000 Euro aufwenden. Fertiggestellt werden soll der Parkplatz bereits im April. „Sobald die insgesamt 52 Module der Schule, die momentan noch auf dem Parkplatz zwischengelagert sind, verbaut wurden, geht es los“, erklärte Pusch.

Dass die Schule mit acht Klassenräumen, verschiedenen Fachräumen, Lehrerzimmer, Büros, Lehrküche, Speisesaal und Räumen für die Schulsozialarbeit pünktlich zum ersten Schultag nach den Sommerferien fertiggestellt ist, daran zweifelt Pusch nicht. Immerhin habe, seitdem der Kreistag den Neubau vor gerade einmal 13 Monaten beschlossen habe, alles reibungslos geklappt. 

Manchmal schweben die Gedanken der Schüler durchs Klassenzimmer, umgekehrt schwebt jedoch eher selten ein Klassenzimmer neben den Schülern. Schüler und Vertreter der Verwaltung durften das nun gestern erleben. Foto: Nicola Gottfroh

„Gerade einmal sieben Wochen nach Baubeginn wurden nun die Module nach einem ausgeklügelten logistischen Plan nach Heinsberg ausgeliefert und aufgestellt“, freute sich Pusch und betonte: „Wir können wirklich stolz sein, dass Zeit- und Kostenrahmen eingehalten werden.“